Einkaufslexikon
Touchless Rate: Automatisierungsgrad in der Beschaffung messen
November 19, 2025
Die Touchless Rate misst den Anteil vollständig automatisierter Beschaffungsprozesse ohne manuelle Eingriffe. Diese Kennzahl zeigt, wie effizient digitale Systeme Bestellungen, Rechnungsverarbeitung und Lieferanteninteraktionen abwickeln. Eine hohe Touchless Rate reduziert Kosten, minimiert Fehler und beschleunigt Prozesse erheblich. Erfahren Sie im Folgenden, was die Touchless Rate genau bedeutet, welche Methoden zur Steigerung existieren und wie Sie diese Kennzahl strategisch nutzen.
Key Facts
- Touchless Rate misst den Prozentsatz vollautomatisierter Beschaffungsvorgänge ohne menschliche Intervention
- Typische Werte liegen zwischen 30-80%, abhängig von Branche und Digitalisierungsgrad
- Höhere Raten führen zu 40-60% Kosteneinsparungen in der Prozessabwicklung
- Automatisierung betrifft hauptsächlich Standardbestellungen, Rechnungsprüfung und Lieferantenfreigaben
- KI und Machine Learning treiben die Touchless Rate auf über 90% bei Routineprozessen
Inhalt
Definition: Touchless Rate – Bedeutung im Beschaffungswesen
Die Touchless Rate definiert den Automatisierungsgrad in Beschaffungsprozessen und zeigt auf, welcher Anteil ohne manuelle Bearbeitung abläuft.
Kernaspekte der Touchless Rate
Die Touchless Rate umfasst verschiedene Dimensionen der Prozessautomatisierung:
- Vollständige Systemintegration zwischen ERP, E-Procurement und Lieferantensystemen
- Automatische Bestellauslösung basierend auf Bestandsgrenzwerten
- Digitale Rechnungsprüfung mit Three-Way-Match-Verfahren
- Selbstständige Lieferantenfreigabe bei definierten Qualitätskriterien
Touchless Rate vs. Automatisierungsgrad
Während der Automatisierungsgrad einzelne Teilprozesse betrachtet, bewertet die Touchless Rate End-to-End-Prozesse. Sie misst nicht nur technische Automatisierung, sondern echte Hands-off-Abwicklung ohne Unterbrechungen.
Bedeutung der Touchless Rate im Einkauf
Eine hohe Touchless Rate ermöglicht strategische Neuausrichtung der Beschaffung. Mitarbeiter konzentrieren sich auf wertschöpfende Aktivitäten wie Lieferantenentwicklung und Innovationsmanagement, während Routinetätigkeiten vollautomatisch ablaufen.
Methoden und Vorgehen bei Touchless Rate
Die Steigerung der Touchless Rate erfordert systematische Herangehensweise und schrittweise Implementierung automatisierter Lösungen.
Prozessanalyse und Standardisierung
Zunächst erfolgt eine umfassende Analyse bestehender Beschaffungsprozesse. Standardisierbare Vorgänge werden identifiziert und vereinheitlicht:
- Mapping aller Beschaffungsschritte von Bedarfserkennung bis Zahlung
- Identifikation manueller Touchpoints und Entscheidungspunkte
- Definition klarer Regeln für automatisierte Entscheidungen
Technologie-Integration
Die technische Umsetzung basiert auf nahtloser Systemintegration. Katalogbasierte Bestellungen und elektronische Workflows bilden das Fundament für hohe Touchless Rates.
Kontinuierliche Optimierung
Regelmäßige Messung und Anpassung der Automatisierungsregeln gewährleisten nachhaltige Verbesserungen. Machine Learning-Algorithmen lernen aus Ausnahmen und erweitern den automatisierbaren Bereich kontinuierlich.

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Wichtige KPIs für Touchless Rate
Die Messung und Steuerung der Touchless Rate erfordert spezifische Kennzahlen, die verschiedene Aspekte der Prozessautomatisierung abbilden.
Primäre Touchless-Metriken
Die Grundkennzahl misst den Anteil vollautomatischer Transaktionen am Gesamtvolumen. Ergänzende Metriken differenzieren nach Prozessschritten:
- Touchless Purchase Order Rate: Automatisch generierte Bestellungen
- Touchless Invoice Processing Rate: Rechnungen ohne manuelle Prüfung
- Touchless Goods Receipt Rate: Automatische Wareneingangsbuchung
Effizienz- und Qualitätsindikatoren
Begleitende KPIs bewerten die Auswirkungen hoher Touchless Rates auf Prozessqualität. Purchase Order Cycle Time und Fehlerquoten zeigen Verbesserungspotenziale auf.
Strategische Performance-Indikatoren
Langfristige Erfolgsmessung umfasst Kosteneinsparungen, Mitarbeiterproduktivität und Lieferantenintegration. Diese Metriken belegen den strategischen Wertbeitrag automatisierter Beschaffungsprozesse nachhaltig.
Risiken, Abhängigkeiten und Gegenmaßnahmen
Hohe Touchless Rates bringen spezifische Risiken mit sich, die durch geeignete Kontrollmechanismen und Fallback-Strategien adressiert werden müssen.
Systemausfälle und technische Abhängigkeiten
Vollautomatisierte Prozesse sind anfällig für Systemstörungen und Schnittstellenprobleme. Redundante Systeme und manuelle Backup-Prozesse gewährleisten Geschäftskontinuität auch bei technischen Ausfällen.
Qualitätskontrolle und Compliance-Risiken
Automatisierte Entscheidungen können Qualitätsstandards oder Compliance-Anforderungen verletzen. Regelmäßige Stichprobenkontrollen und Reklamationsanalysen decken systematische Fehler frühzeitig auf:
- Automatische Plausibilitätsprüfungen bei kritischen Parametern
- Eskalationsmechanismen für Ausnahmesituationen
- Regelmäßige Audit-Trails und Compliance-Checks
Lieferantenabhängigkeiten
Hohe Automatisierung kann zu übermäßiger Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten führen. Diversifizierte Lieferantenbasis und flexible Automatisierungsregeln reduzieren Konzentrationsrisiken erheblich.
Praxisbeispiel
Ein Automobilzulieferer steigerte seine Touchless Rate von 35% auf 78% durch systematische Prozessautomatisierung. Standardteile werden automatisch bei Unterschreitung definierter Mindestbestände bestellt. Das ERP-System prüft Lieferantenverfügbarkeit, vergleicht Preise und löst Bestellungen aus. Eingehende Rechnungen werden digital erfasst, mit Bestelldaten abgeglichen und bei Übereinstimmung automatisch zur Zahlung freigegeben. Nur Abweichungen über 5% oder neue Lieferanten erfordern manuelle Prüfung.
- Reduzierung der Bearbeitungszeit um 60%
- Senkung der Prozesskosten um 45%
- Verbesserung der Datenqualität um 30%
Trends & Entwicklungen rund um Touchless Rate
Aktuelle Entwicklungen zeigen eine deutliche Beschleunigung der Touchless-Automatisierung durch neue Technologien und veränderte Marktanforderungen.
KI-gestützte Prozessautomatisierung
Künstliche Intelligenz revolutioniert die Touchless Rate durch intelligente Entscheidungsfindung. KI-Systeme analysieren Muster, prognostizieren Bedarfe und treffen komplexe Beschaffungsentscheidungen autonom:
- Predictive Analytics für automatische Bestellauslösung
- Natural Language Processing für Vertragsanalyse
- Computer Vision für Wareneingangsprüfung
Cloud-basierte Plattformen
Cloud-Lösungen ermöglichen nahtlose Integration verschiedener Systeme und Lieferanten. Spend-Management-Plattformen orchestrieren komplexe Beschaffungslandschaften vollautomatisch.
Blockchain und Smart Contracts
Blockchain-Technologie schafft vertrauensvolle, automatisierte Transaktionen zwischen Geschäftspartnern. Smart Contracts führen Beschaffungsvereinbarungen selbstständig aus, sobald definierte Bedingungen erfüllt sind.
Fazit
Die Touchless Rate entwickelt sich zur zentralen Kennzahl für Beschaffungsexzellenz im digitalen Zeitalter. Hohe Automatisierungsgrade ermöglichen signifikante Kosteneinsparungen und Effizienzsteigerungen bei gleichzeitiger Qualitätsverbesserung. Erfolgreiche Implementierung erfordert jedoch strategische Planung, robuste Technologie und ausgewogene Risikokontrolle. Unternehmen, die Touchless-Prozesse systematisch ausbauen, schaffen nachhaltigen Wettbewerbsvorteil durch operative Exzellenz.
FAQ
Was ist eine gute Touchless Rate?
Eine Touchless Rate zwischen 60-80% gilt als sehr gut für etablierte Unternehmen. Branchenführer erreichen bei Standardprozessen über 85%. Der optimale Wert hängt von Produktkomplexität, Lieferantenstruktur und verfügbarer IT-Infrastruktur ab.
Wie berechnet man die Touchless Rate?
Die Touchless Rate errechnet sich aus vollautomatischen Transaktionen geteilt durch Gesamttransaktionen mal 100. Dabei zählen nur End-to-End-Prozesse ohne jegliche manuelle Intervention als "touchless". Teilautomatisierte Vorgänge fließen nicht in die Berechnung ein.
Welche Prozesse eignen sich für Touchless-Automatisierung?
Standardisierte, regelbasierte Prozesse mit geringem Ausnahmeanteil eignen sich optimal. Dazu gehören Katalogbestellungen, Routinerechnungen, Standardlieferanten-Freigaben und wiederkehrende Serviceleistungen. Komplexe Verhandlungen oder strategische Beschaffungen bleiben meist manuell.
Welche Risiken birgt eine zu hohe Touchless Rate?
Übermäßige Automatisierung kann zu Kontrollverlust, Qualitätsproblemen und Lieferantenabhängigkeiten führen. Fehlende menschliche Überwachung erschwert die Erkennung systematischer Probleme. Ausgewogene Automatisierung mit gezielten Kontrollpunkten minimiert diese Risiken effektiv.



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