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Einkaufslexikon

Katalogquote: Kennzahl für strukturierte Beschaffungsprozesse

November 19, 2025

Die Katalogquote ist eine zentrale Kennzahl im Einkauf, die den Anteil der über elektronische Kataloge abgewickelten Bestellungen misst. Sie zeigt auf, wie systematisch und strukturiert Beschaffungsprozesse organisiert sind und trägt maßgeblich zur Prozessoptimierung bei. Erfahren Sie im Folgenden, was die Katalogquote genau bedeutet, welche Methoden zur Steigerung existieren und wie Sie diese Kennzahl strategisch nutzen können.

Key Facts

  • Misst den prozentualen Anteil katalogbasierter Bestellungen am Gesamtbestellvolumen
  • Typische Zielwerte liegen zwischen 70-90% je nach Branche und Reifegrad
  • Direkte Korrelation mit Prozesseffizienz und Kosteneinsparungen
  • Wichtiger Indikator für die Digitalisierung der Beschaffung
  • Ermöglicht bessere Ausgabentransparenz und Compliance-Kontrolle

Inhalt

Definition: Katalogquote

Die Katalogquote definiert sich als Verhältnis zwischen katalogbasierten Bestellungen und dem gesamten Bestellvolumen eines Unternehmens.

Grundlegende Bestandteile der Katalogquote

Die Kennzahl umfasst verschiedene Dimensionen der strukturierten Beschaffung:

  • Elektronische Produktkataloge mit vordefinierten Artikeln
  • Standardisierte Bestellprozesse über E-Procurement-Systeme
  • Automatisierte Freigabeworkflows und Genehmigungsverfahren
  • Integration in bestehende ERP- und Finanzsysteme

Katalogquote vs. Bestellquote

Während die Bestellquote pro Katalog die Nutzungsintensität einzelner Kataloge misst, betrachtet die Katalogquote das Gesamtverhältnis strukturierter zu unstrukturierter Beschaffung. Diese Unterscheidung ist entscheidend für die strategische Steuerung.

Bedeutung der Katalogquote im Einkauf

Eine hohe Katalogquote signalisiert professionelle Beschaffungsstrukturen und ermöglicht bessere Kostenkontrolle. Sie korreliert direkt mit der Touchless Rate und unterstützt die Automatisierung von Routineprozessen.

Methoden und Vorgehensweisen

Die Steigerung der Katalogquote erfordert systematische Ansätze und strukturierte Implementierungsstrategien.

Katalogaufbau und -pflege

Erfolgreiche Katalogstrategien basieren auf kontinuierlicher Datenpflege und Nutzerorientierung. Regelmäßige Aktualisierungen, intuitive Suchfunktionen und mobile Zugänglichkeit erhöhen die Akzeptanz erheblich.

  • Automatisierte Datenimporte von Lieferanten
  • Kategorisierung nach Bedarfsgruppen
  • Integration von Bildern und Produktbeschreibungen

Change Management und Schulungen

Die Einführung katalogbasierter Beschaffung erfordert umfassende Mitarbeiterschulungen. Dabei sollten sowohl technische Aspekte als auch Compliance-Anforderungen vermittelt werden, um die Catalogue Compliance zu gewährleisten.

Technische Integration

Nahtlose Systemintegration zwischen E-Procurement-Plattformen und bestehenden IT-Landschaften ist erfolgskritisch. Die Anbindung an ERP-Systeme ermöglicht automatisierte Workflows und reduziert die PO Cycle Time signifikant.

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Kennzahlen zur Steuerung von Katalogquoten

Die effektive Steuerung der Katalogquote erfordert ein differenziertes Kennzahlensystem mit verschiedenen Messgrößen.

Primäre Steuerungskennzahlen

Die Katalogquote selbst wird typischerweise monatlich gemessen und nach Kategorien, Standorten oder Kostenstellen segmentiert. Zielwerte variieren je nach Branche zwischen 70-90% des Gesamtbestellvolumens.

  • Katalogquote nach Bestellwert und -anzahl
  • Segmentierung nach Warengruppen
  • Entwicklung über Zeiträume hinweg

Unterstützende Leistungsindikatoren

Ergänzende Kennzahlen wie die Three-Way Match Rate und Contract Compliance Rate zeigen die Qualität der katalogbasierten Beschaffung auf. Diese Metriken helfen bei der ganzheitlichen Bewertung der Prozesseffizienz.

Kostenorientierte Messgrößen

Die Korrelation zwischen Katalogquote und Beschaffungskosten wird durch Kennzahlen wie Spend under Management und Prozesskosten pro Bestellung quantifiziert. Diese Metriken belegen den ROI katalogbasierter Beschaffungsstrategien.

Risiken, Abhängigkeiten und Gegenmaßnahmen

Eine hohe Katalogquote bringt spezifische Herausforderungen mit sich, die proaktiv adressiert werden müssen.

Datenqualität und Aktualität

Veraltete oder fehlerhafte Katalogdaten können zu Fehlbestellungen und Prozessstörungen führen. Regelmäßige Datenvalidierung und automatisierte Qualitätsprüfungen sind essentiell für die Systemintegrität.

  • Implementierung von Datenqualitäts-Dashboards
  • Etablierung von Lieferanten-Feedback-Schleifen
  • Automatisierte Plausibilitätsprüfungen

Systemabhängigkeiten

Hohe Katalogquoten schaffen kritische IT-Abhängigkeiten. Systemausfälle können Beschaffungsprozesse vollständig lahmlegen. Redundante Systeme und Notfallprozeduren minimieren diese Risiken und gewährleisten die Servicegrad-Stabilität.

Compliance und Governance

Katalogbasierte Beschaffung erfordert stringente Governance-Strukturen. Unzureichende Kontrollen können zu Maverick Buying und Compliance-Verstößen führen, was die Vorteile der strukturierten Beschaffung zunichtemacht.

Katalogquote: Definition, Berechnung und Optimierung im Einkauf

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Praxisbeispiel

Ein mittelständisches Produktionsunternehmen steigerte seine Katalogquote von 45% auf 78% innerhalb von 18 Monaten. Durch die Implementierung eines zentralen E-Procurement-Systems mit integrierten Lieferantenkatalogen konnten Bestellprozesse standardisiert und die Maverick-Buying-Rate um 60% reduziert werden. Die Maßnahmen umfassten:

  • Einführung eines benutzerfreundlichen Katalogportals
  • Schulung von 200+ dezentralen Bestellern
  • Integration von 15 strategischen Lieferanten
  • Etablierung automatisierter Freigabeworkflows

Trends & Entwicklungen rund um Katalogquoten

Die Digitalisierung der Beschaffung treibt kontinuierliche Innovationen bei katalogbasierten Lösungen voran.

KI-gestützte Katalogoptimierung

Künstliche Intelligenz revolutioniert die Katalogverwaltung durch intelligente Produktempfehlungen und automatisierte Kategorisierung. Machine Learning-Algorithmen analysieren Bestellmuster und optimieren Katalogstrukturen kontinuierlich für bessere Nutzererfahrungen.

Mobile-First Beschaffung

Mobile Anwendungen gewinnen zunehmend an Bedeutung für die katalogbasierte Beschaffung. Responsive Design und App-basierte Lösungen erhöhen die Zugänglichkeit und fördern die Akzeptanz bei dezentralen Bestellern.

Integrierte Nachhaltigkeitsbewertung

Moderne Kataloge integrieren ESG-Kriterien direkt in die Produktauswahl. Nachhaltigkeitsbewertungen und CO2-Footprints werden als Entscheidungskriterien neben Preis und Qualität etabliert, was die strategische Bedeutung der Katalogquote weiter verstärkt.

Fazit

Die Katalogquote ist eine Schlüsselkennzahl für die Professionalisierung der Beschaffung und direkt mit Effizienzsteigerungen verknüpft. Ihre systematische Steigerung erfordert ganzheitliche Ansätze aus Technologie, Prozessen und Change Management. Unternehmen mit hohen Katalogquoten profitieren von reduzierten Prozesskosten, besserer Compliance und erhöhter Ausgabentransparenz. Die kontinuierliche Weiterentwicklung katalogbasierter Beschaffungsstrategien wird zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor.

FAQ

Was ist eine gute Katalogquote?

Eine gute Katalogquote liegt typischerweise zwischen 70-90%, abhängig von Branche und Beschaffungskomplexität. Produktionsunternehmen erreichen oft höhere Werte als Dienstleister, da standardisierte Materialien besser katalogisierbar sind. Wichtiger als absolute Werte ist die kontinuierliche Steigerung.

Wie berechnet man die Katalogquote?

Die Katalogquote errechnet sich als Quotient aus katalogbasierten Bestellungen und Gesamtbestellvolumen, multipliziert mit 100. Dabei können sowohl Bestellwerte als auch Bestellanzahl als Basis dienen. Die wertbasierte Berechnung ist aussagekräftiger für strategische Entscheidungen.

Welche Faktoren beeinflussen die Katalogquote negativ?

Haupthindernisse sind unvollständige Kataloge, komplizierte Bestellprozesse und mangelnde Nutzerakzeptanz. Auch fehlende Integration in bestehende Systeme und unzureichende Schulungen reduzieren die Katalognutzung erheblich. Regelmäßige Nutzerfeedbacks helfen bei der Identifikation von Verbesserungspotenzialen.

Wie wirkt sich eine hohe Katalogquote auf die Kosten aus?

Eine hohe Katalogquote reduziert Prozesskosten durch Automatisierung und verbessert die Preistransparenz durch strukturierte Daten. Studien zeigen Kosteneinsparungen von 15-25% bei Bestellabwicklung und Administration. Zusätzlich ermöglicht sie bessere Verhandlungspositionen durch konsolidierte Bedarfe.

Katalogquote: Definition, Berechnung und Optimierung im Einkauf

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