Einkaufslexikon
Requisition Cycle Time: Durchlaufzeit von der Bedarfsanforderung bis zur Bestellung
November 19, 2025
Die Requisition Cycle Time misst die Zeitspanne vom Eingang einer Bedarfsanforderung bis zur finalen Bestellfreigabe. Diese Kennzahl ist entscheidend für die Effizienz des Beschaffungsprozesses und beeinflusst direkt die Lieferfähigkeit des Unternehmens. Erfahren Sie im Folgenden, was Requisition Cycle Time genau bedeutet, welche Methoden zur Optimierung existieren und wie Sie diese Kennzahl strategisch nutzen können.
Key Facts
- Misst die komplette Durchlaufzeit von der Bedarfsanforderung bis zur Bestellfreigabe
- Typische Werte liegen zwischen 2-15 Werktagen je nach Komplexität und Automatisierungsgrad
- Beeinflusst direkt die Lieferfähigkeit und Kundenzufriedenheit
- Kann durch Digitalisierung und Workflow-Optimierung um bis zu 70% reduziert werden
- Wichtiger Indikator für die Prozesseffizienz im Einkauf
Inhalt
Definition: Requisition Cycle Time
Die Requisition Cycle Time umfasst alle Prozessschritte von der initialen Bedarfsanforderung bis zur finalen Bestellfreigabe.
Kernkomponenten der Requisition Cycle Time
Die Gesamtdurchlaufzeit setzt sich aus mehreren Teilprozessen zusammen:
- Bedarfserfassung und -spezifikation
- Genehmigungsworkflow und Freigabeprozess
- Lieferantenauswahl und Angebotsbewertung
- Bestellerstellung und finale Freigabe
Abgrenzung zu verwandten Kennzahlen
Im Gegensatz zur PO Cycle Time beginnt die Messung bereits bei der Bedarfsanforderung. Die Durchlaufzeit BANF-PO deckt einen ähnlichen Zeitraum ab, fokussiert jedoch stärker auf interne Prozesse.
Bedeutung der Requisition Cycle Time im Einkauf
Eine optimierte Requisition Cycle Time trägt wesentlich zur Wettbewerbsfähigkeit bei. Sie ermöglicht schnellere Reaktionen auf Marktveränderungen und reduziert das Risiko von Lieferengpässen durch verkürzte interne Vorlaufzeiten.
Methoden und Vorgehensweisen
Verschiedene Ansätze ermöglichen die systematische Messung und Optimierung der Requisition Cycle Time.
Prozessanalyse und Zeiterfassung
Die Wertstromanalyse identifiziert Engpässe und Wartezeiten im Beschaffungsprozess. Durch detaillierte Zeiterfassung aller Teilschritte lassen sich Optimierungspotenziale quantifizieren.
Automatisierung und Digitalisierung
Der Automatisierungsgrad beeinflusst die Cycle Time erheblich. Elektronische Workflows, automatische Genehmigungen und integrierte Systeme reduzieren manuelle Bearbeitungszeiten signifikant.
Katalogbasierte Beschaffung
Eine hohe Katalogquote verkürzt die Requisition Cycle Time durch standardisierte Bestellprozesse. Vordefinierte Artikel und Preise eliminieren zeitaufwändige Angebotsprozesse bei Routinebeschaffungen.

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Kennzahlen zur Steuerung der Requisition Cycle Time
Spezifische Kennzahlen ermöglichen die systematische Überwachung und Steuerung der Requisition Cycle Time.
Durchschnittliche und maximale Cycle Time
Die mittlere Requisition Cycle Time zeigt die Prozesseffizienz, während Maximalwerte Engpässe identifizieren. Zusätzlich sollte die Touchless Rate gemessen werden, da automatisierte Prozesse deutlich kürzere Cycle Times aufweisen.
Prozessqualität und Fehlerquoten
Die Three-Way-Match-Rate und Fehlerquote bei Rechnungen zeigen, ob verkürzte Cycle Times zu Lasten der Prozessqualität gehen. Eine ausgewogene Betrachtung verhindert Qualitätsverluste.
Segmentspezifische Analyse
Die ABC-Analyse ermöglicht differenzierte Cycle Time-Ziele je Beschaffungskategorie. A-Artikel erfordern möglicherweise längere, aber qualitativ hochwertigere Prozesse als C-Artikel mit Standardbeschaffung.
Risiken, Abhängigkeiten und Gegenmaßnahmen
Die Optimierung der Requisition Cycle Time birgt spezifische Risiken, die durch geeignete Maßnahmen minimiert werden können.
Qualitätsverlust durch Zeitdruck
Übermäßiger Fokus auf Geschwindigkeit kann zu unzureichender Lieferantenbewertung führen. Ein ausgewogenes Supplier Rating gewährleistet trotz verkürzter Cycle Time die Qualitätsstandards.
Compliance-Verstöße bei beschleunigten Prozessen
Verkürzte Durchlaufzeiten dürfen nicht zu Lasten der Contract Compliance gehen. Automatisierte Compliance-Checks in digitalen Workflows verhindern Regelverstoße bei beschleunigten Prozessen.
Systemausfälle und Abhängigkeiten
Hohe Automatisierung erhöht die Systemabhängigkeit. Redundante Systeme und manuelle Fallback-Prozesse sichern die Beschaffungsfähigkeit auch bei technischen Störungen ab.
Praxisbeispiel
Ein Maschinenbauunternehmen reduzierte seine Requisition Cycle Time von durchschnittlich 12 auf 4 Werktage durch Einführung eines digitalen Beschaffungsportals. Standardartikel werden automatisch genehmigt, während komplexe Anforderungen einen beschleunigten Workflow durchlaufen. Die Implementierung umfasste:
- Digitalisierung aller Genehmigungsprozesse mit mobilen Freigaben
- Automatische Lieferantenauswahl für Katalogartikel
- Integration in das ERP-System für nahtlose Datenübertragung
Trends & Entwicklungen rund um Requisition Cycle Time
Technologische Innovationen und veränderte Arbeitsweisen prägen die Entwicklung der Requisition Cycle Time.
KI-gestützte Prozessoptimierung
Künstliche Intelligenz revolutioniert die Beschaffung durch intelligente Bedarfsprognosen und automatisierte Genehmigungsworkflows. Machine Learning-Algorithmen analysieren historische Daten und optimieren Prozessabläufe kontinuierlich.
Mobile Beschaffungslösungen
Mobile Apps ermöglichen ortsunabhängige Bedarfsanforderungen und Genehmigungen. Dies reduziert Wartezeiten erheblich und beschleunigt den gesamten Requisition-Prozess, insbesondere bei dezentralen Organisationsstrukturen.
Integration von Supplier Networks
Direkte Anbindungen an Lieferantensysteme verkürzen die Lead Time durch Echtzeitinformationen zu Verfügbarkeiten und Preisen. Diese Integration eliminiert manuelle Abstimmungsprozesse und beschleunigt die Bestellabwicklung.
Fazit
Die Requisition Cycle Time ist eine zentrale Kennzahl für die Effizienz des Beschaffungsprozesses. Durch systematische Optimierung mittels Digitalisierung und Prozessautomatisierung lassen sich erhebliche Verbesserungen erzielen. Eine ausgewogene Betrachtung von Geschwindigkeit und Qualität gewährleistet nachhaltigen Erfolg. Die kontinuierliche Messung und Analyse ermöglicht datenbasierte Entscheidungen zur weiteren Prozessoptimierung.
FAQ
Was ist eine typische Requisition Cycle Time?
Typische Werte liegen zwischen 2-15 Werktagen, abhängig von Komplexität, Genehmigungsebenen und Automatisierungsgrad. Hochautomatisierte Prozesse erreichen oft unter 3 Werktage, während komplexe Investitionsgüter längere Zyklen erfordern.
Wie kann die Requisition Cycle Time gemessen werden?
Die Messung erfolgt vom Zeitstempel der Bedarfsanforderung bis zur finalen Bestellfreigabe. Moderne ERP-Systeme erfassen diese Zeiten automatisch und ermöglichen detaillierte Analysen nach Kategorien, Lieferanten oder Organisationseinheiten.
Welche Faktoren beeinflussen die Cycle Time am stärksten?
Haupteinflussfaktoren sind Automatisierungsgrad, Anzahl der Genehmigungsebenen, Komplexität der Anforderung und Verfügbarkeit der Genehmiger. Katalogbasierte Beschaffung und digitale Workflows reduzieren die Zeit erheblich.
Wie wirkt sich eine verkürzte Cycle Time auf die Kosten aus?
Kürzere Cycle Times reduzieren administrative Kosten und ermöglichen bessere Marktpreise durch zeitnahe Beschaffung. Gleichzeitig sinken Opportunitätskosten durch schnellere Verfügbarkeit benötigter Ressourcen für produktive Tätigkeiten.



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