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ROHSTOFFPREISE

Aluminiumpreis aktuell: Preis, Entwicklung und Prognose 2026

03.08.2026

Aktueller Aluminiumpreis auf LME-Basis (3-Monats-Schlusskurs 3.179,00 US$/t per 31. Juli, Kasse darüber: der Markt notiert in Backwardation). Trendanalyse zu Norsk Hydros Q2-Bericht vom 22. Juli (EBITDA über Erwartungen, Katar-Belastung), zum EGA-Hochlauf bei fortbestehender Force Majeure auf europäische Billet-Kontrakte, zu fallenden LME-Beständen (minus 48 Prozent seit Jahresbeginn) und zur neuen CIF-Rotterdam-Prämienbewertung. Szenarien und Einkaufsempfehlungen für industrielle Beschaffung in DACH.

LME ALUMINIUM 3-MONATS
3179
US$/t
LME Aluminium 3-Monats-Schlusskurs, Stand 31. Juli 2026 (3.179,00 US$/t; die Kasse notiert mit 3.196,00 US$/t über dem 3-Monats-Kurs, ein Zeichen physischer Enge)
1M
+2,2 %
3M
−8,7 %
12M
+22,0 %
London Metal Exchange (LME 3-Monats-Aluminium, 3.179,00 US$/t per 31. Juli, Westmetall-Reihe; LME-Bestände 264.400 t, minus 48 Prozent seit Jahresbeginn; 1M- und 3M-Vergleich gegen 3.112,00 US$/t per 30. Juni bzw. 3.482,00 US$/t per 30. April; 12-Monats-Vergleich gegen das Juli-2025-Monatsmittel von 2.605 US$/t), Norsk Hydro und Reuters (Q2-Bericht vom 22. Juli), EGA und The National (Wiederanlauf der Tonerde-Raffinerie am 10. Juli), Fastmarkets (6063-Billet-Prämie DDP Norddeutschland 1.175 bis 1.250 US$/t per 29. Mai, letzter verfügbarer Print; neue CIF-Rotterdam-Billet-Bewertung seit 23. Juli), EUR-Lex (CBAM-Levy-Phase seit 1. Januar 2026). Öffentliche Referenzindizes sind der sichtbare Teil – dahinter bauen wir über 20.000 eigene Indizes bis auf Artikelebene.

Preisverlauf

PEPPERSTONE:ALUMINIUM
Quelle: TradingView

Der LME-Preis bildet die Rohstoffbasis ab. Für reale Einkaufspreise kommen physische Prämien, Legierung, Halbzeugaufschläge, Logistik und Währung hinzu.

AUF EINEN BLICK

  • LME Aluminium 3-Monats schließt am 31. Juli bei 3.179,00 US$/t, plus 2,2 Prozent gegenüber Ende Juni; die Kasse notiert mit 3.196,00 US$/t darüber, der Markt steht in Backwardation.
  • Norsk Hydro meldet am 22. Juli ein Q2-EBITDA von 8,92 Mrd. NOK, über den erwarteten 8,22 Mrd.; höhere Aluminiumpreise und Recyclingmargen tragen, die Beteiligung in Katar begrenzt den Nutzen der engen Lage (Reuters).
  • EGA fährt die Tonerde-Raffinerie Al Taweelah seit dem 10. Juli wieder hoch (volle Produktionsfähigkeit bis Ende 2026 erwartet); der Schmelzer bleibt langsam, die Force Majeure auf europäische Billet-Kontrakte besteht fort.
  • LME-Bestände fallen auf 264.400 t, minus 48 Prozent seit Jahresbeginn; der letzte Print der 6063-Billet-Prämie DDP Norddeutschland stammt weiter vom 29. Mai (1.175 bis 1.250 US$/t), Fastmarkets startet parallel eine CIF-Rotterdam-Bewertung.

Was treibt den Preis gerade?

Die erste harte Zahl dazu, was die Golf-Verwerfungen bei europäischen Herstellern ankommen lassen, lieferte Norsk Hydro: Am 22. Juli meldete der Konzern für das zweite Quartal ein bereinigtes EBITDA von 8,92 Mrd. NOK (rund 927 Mio. US$), deutlich über den vom Unternehmen erhobenen Erwartungen von 8,22 Mrd. Höhere Aluminiumpreise und stärkere Recyclingmargen überwogen schwächere Energieerträge und Währungseffekte. Bemerkenswert ist die Einschränkung: Die eigene Beteiligung am Qatalum-Schmelzer in Katar begrenzt Hydros Nutzen aus genau der Enge, die die Preise trägt (Reuters).

Der Terminmarkt bestätigt diese Enge inzwischen in der Kurve. Der 3-Monats-Kurs schloss am 31. Juli bei 3.179,00 US$/t, plus 2,2 Prozent gegenüber Ende Juni; die Kasse notierte mit 3.196,00 US$/t darüber. Diese Backwardation ist das klassische Signal, dass promptes Material knapper ist als Terminware. Dazu passt der Bestandsverlauf: Die LME-Bestände fielen mit täglichen Abflüssen auf 264.400 t, minus 48 Prozent seit Jahresbeginn.

Auf der Angebotsseite bleibt EGA die zentrale Baustelle. Die Tonerde-Raffinerie Al Taweelah läuft seit dem 10. Juli wieder und soll bis Jahresende die volle Produktionsfähigkeit erreichen, deutlich schneller als zunächst veranschlagt. Der Schmelzer kommt dagegen nur langsam zurück (per Anfang Juli liefen 89 von 1.262 Elektrolysezellen), und die Force Majeure auf europäische Billet-Kontrakte vom 12. April besteht fort. Für die europäische Prämienlandschaft heißt das: Die Ursache der Knappheit bessert sich, die Knappheit selbst noch nicht.

Bei den Prämien selbst bleibt die Datenlage dünn: Der letzte verfügbare Print der 6063-Billet-Prämie DDP Norddeutschland stammt vom 29. Mai (1.175 bis 1.250 US$/t). Immerhin reagiert der Preisdienst: Fastmarkets hat am 23. Juli entschieden, eine wöchentlich berechnete CIF-Rotterdam-Billet-Prämie einzuführen. Mehr Transparenz in der Prämienkette hilft in jeder Verhandlung.

Aus China kommt ein dämpfendes Signal mit stützender Nebenwirkung: Die Juni-Importe fielen, weil das Überseepreisniveau für chinesische Käufer zu hoch ist (Reuters). Das entlastet den Weltmarkt kurzfristig, bestätigt aber zugleich, wie fest die Preise außerhalb Chinas stehen. Die Produktion nahe der chinesischen Kapazitätsgrenze von 45,5 Mio. t bleibt das strukturelle Gegengewicht nach oben.

Worauf wir achten: das Tempo des Zellen-Hochlaufs bei EGA, den ersten CIF-Rotterdam-Print und die Frage, ob die Backwardation bei anhaltenden Abflüssen steiler wird.

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Was heißt das konkret für den Einkauf in DACH?

Zerlegen Sie den Aluminiumpreis weiterhin in vier Positionen: LME-Basis, Billet- bzw. Duty-Paid-Prämie, CBAM-Belastung und Konfektionierung. Neu ist das Kurvenargument: Die Backwardation zeigt, dass die Enge im prompten Material sitzt. Wer Q4-Bedarf über Terminkäufe sichert, kauft derzeit unter Kasse, das gehört als Fakt in jede Preisverhandlung.

Sichern Sie die LME-Basiskomponente gestaffelt statt zu einem Stichtag. Der Juli lief in einer engen Spanne, aber zwischen EGA-Erholung und Golf-Lage bleibt das Ausschlagrisiko in beide Richtungen hoch; eine 5-Tage-Mittelung oder mehrere Kauffenster geben das Kursrisiko an die Notierung zurück.

Fixieren Sie die Prämie nicht auf zwölf Monate, und nutzen Sie die neue Transparenz. Mit der CIF-Rotterdam-Bewertung von Fastmarkets lässt sich der Prämienanteil künftig gegen einen zweiten veröffentlichten Referenzpunkt spiegeln. Koppeln Sie Verfügbarkeitszuschläge weiter an den Fortbestand der EGA-Force-Majeure mit Verfallsdatum, nicht an pauschale Marktlage-Formeln; der schnelle Raffinerie-Hochlauf spricht dafür, dass die Prämienkorrektur näher rückt.

Prüfen Sie norwegisches und isländisches Material als CBAM-leichtere und golf-unabhängige Alternative. Hydros starkes Recyclinggeschäft im Q2 zeigt zugleich, wo Kapazität entsteht: Sekundäraluminium-Verfügbarkeit früh sichern, bevor die Nachfrage danach die Aufschläge hebt. Bei kohlebasierten Herkünften bleiben 300 bis 400 €/t CBAM-Belastung im Endpreis.

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Basisszenario

3.050 bis 3.400 US$/t LME 3-Monats

In dieser Spanne über die nächsten vier bis sechs Wochen. (1) Der EGA-Hochlauf bei der Tonerde läuft schneller als geplant und begrenzt das Angst-Szenario, während der Schmelzer langsam zurückkommt, (2) die fortdauernde Golf-Eskalation und die Backwardation (Kasse über 3-Monats-Kurs) legen einen Boden unter den Markt, (3) schwache chinesische Nachfrage und hohe Produktion in China und Indonesien begrenzen nach oben. Fallende LME-Bestände (264.400 t, minus 48 Prozent seit Jahresbeginn) stützen den Boden zusätzlich.

Risikoszenario

3.400 bis 3.800 US$/t LME 3-Monats

Neue Angriffe treffen weitere Schmelz- oder Logistikkapazität am Golf, die Hormus-Schließung hält an und verteuert Fracht und Versicherung dauerhaft, der EGA-Hochlauf erleidet Rückschläge, oder die Backwardation verschärft sich bei anhaltenden Bestandsabflüssen. Wahrscheinlichkeit 30 bis 35 Prozent über die nächsten drei Monate.

Häufig gestellte Fragen

Wie reflektiere ich den CBAM-Aufschlag in der Importalternativenrechnung?
+

Drei Schritte. Erstens: Fragen Sie den Lieferanten nach der CO2-Intensität pro Tonne Primäraluminium für die Herkunft. Zweitens: Multiplizieren Sie diese mit dem aktuellen CBAM-Zertifikatspreis (Q1 2026: 75,36 €/tCO2e laut Fastmarkets). Drittens: Vergleichen Sie das Ergebnis mit dem Aufpreis, den der Lieferant in der Prämie ausweist. Bei karbonintensiven Herkünften wie China oder Mittlerem Osten kommen typisch 50 bis 90 €/t CBAM zustande. Recyclingmaterial und EU-Primäraluminium tragen das nicht. Wer das in der Vollkostenrechnung sauber abbildet, identifiziert die wirtschaftlich beste Beschaffungsroute zuverlässig.

Worauf sollte ich in Verhandlungen jetzt bestehen?
+

Auf einer sauberen Trennung zwischen LME-Basis, physischer Prämie, Legierungslogik und Verarbeitung. Wer alle vier Ebenen in einer pauschalen Erhöhung akzeptiert, gibt den wichtigsten Hebel im Aluminium-Einkauf aus der Hand.

Wie wirken die aktuellen Risiken im Golf konkret auf europäische Beschaffungspreise?
+

Über drei Kanäle: höheres Angebotsrisiko, längere oder unsicherere Transporte und steigende Risikoaufschläge. Für den Einkauf in Europa zählt deshalb nicht nur, ob Aluminium im LME steigt, sondern ob sich Importmaterial physisch zuverlässig und zu kalkulierbaren Nebenkosten beschaffen lässt.

Wann entkoppeln sich europäische Prämien vom LME-Preis?
+

Immer dann, wenn der physische Markt enger wird als der Papiermarkt, oder wenn regulatorische Aufschläge strukturell eingreifen. Beides ist aktuell der Fall. Produktionsstörungen wie EGA-Force-Majeure und Transportprobleme im Golf treffen Europa nicht nur über den LME-Preis, sondern auch über höhere physische Prämien. Hinzu kommt seit Januar 2026 CBAM, das in Fastmarkets P1020A-Prämien für Rotterdam, Italien und Spanien strukturell eingerechnet wird. Importe aus karbonintensiven Herkünften tragen damit 50 bis 90 €/t CBAM-Aufschlag, der im LME-Headline nicht sichtbar ist.

LME ALUMINIUM 3-MONATS
3179
US$/t
1M
+2,2 %
3M
−8,7 %
12M
+22,0 %
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