ROHSTOFFPREISE
Kupferpreis aktuell: Preis, Entwicklung und Prognose 2026
28.09.2026
Aktueller Kupferpreis auf LME-Cash-Basis (14.740,00 US$/t per 25. September, plus 3,5 Prozent gegenüber dem 11. September). Trendanalyse zur Aufwärtsserie vor der chinesischen Feiertagswoche, zu Shanghaier Beständen auf dem tiefsten Stand seit 2023, zur zurückgekehrten Backwardation, zur weiter offenen US-Zollentscheidung und zum Oktober-Ausblick für die Kupferbasis. Einkaufsempfehlungen für die DACH-Beschaffung.
AUF EINEN BLICK
- LME Kupfer Cash schließt am 25. September bei 14.740,00 US$/t, nach sechs Tagen Anstieg in Folge bis 14.797,00 US$/t am 22. September (Bloomberg). Treiber ist die Wiederbevorratung in China vor der Feiertagswoche vom 1. bis 7. Oktober.
- Die Kathodenbestände in Shanghai fallen auf 43.900 t, den tiefsten Stand seit 2023, während die LME-Bestände auf 251.500 t steigen. Die Backwardation ist mit 93,00 US$/t zurück.
- Korrektur: Das Jahreshoch der Kasse liegt bei 14.850,00 US$/t am 17. August, nicht am 8. September. Der Abstand zum Hoch beträgt nur noch 110 US$/t.
- Das September-Mittel liegt bis zum 25. bei 14.480,45 US$/t, 0,9 Prozent über August. Rechnen Sie für Oktober mit einer leicht höheren Kupferbasis bei Kabeln und Halbzeugen.
Inhalt
Was treibt den Preis gerade?
Chinesische Käufer haben den Kupferpreis in der zweiten Septemberhälfte zurück an das Jahreshoch gebracht. Der LME-Cash-Kurs stieg vom Tief bei 14.044,00 US$/t am 14. September sechs Handelstage in Folge, die längste Serie seit vier Monaten (Bloomberg, 22. September), bis auf 14.797,00 US$/t am 22. September. Am 25. September schloss die Kasse bei 14.740,00 US$/t. Getragen wurde das von Wiederbevorratung vor dem Mittherbstfest und der Feiertagswoche vom 1. bis 7. Oktober (Reuters, 22. September): Die Kathodenbestände in Shanghai fielen auf 43.900 t, den tiefsten Stand seit 2023.
Eine Korrektur zur letzten Ausgabe: Den Schluss vom 8. September bei 14.737,00 US$/t hatten wir als Rekordschluss bezeichnet. Das Jahreshoch der Kasse liegt nach der Westmetall-Reihe bei 14.850,00 US$/t am 17. August. Der Rekord vom 8. September bezog sich auf den 3-Monats-Kontrakt, der im Handelsverlauf 14.779 US$/t erreichte (Handelsblatt).
Die Kurve hat wieder gedreht. Am 11. September lag die Kasse nur 5,50 US$/t über dem 3-Monats-Kurs, am 25. September waren es 93,00 US$/t. Gleichzeitig stiegen die LME-Bestände weiter, von 234.475 t am 11. September auf 251.500 t am 25. September; Bloomberg meldete bereits am 15. September neue Einlieferungen als Entlastung. Der Markt ist in London besser versorgt als in China, und die Backwardation zeigt, dass kurzfristig verfügbares Metall trotzdem gefragt bleibt.
Die US-Zollentscheidung zu Raffinadekupfer bleibt offen. Reuters berichtete am 10. September, der Plan stocke wegen Sorgen um die Bezahlbarkeit. Solange keine Proklamation vorliegt, bleiben große Mengen in US-Lagern gebunden, und jede Entscheidung kann den Abstand zwischen COMEX und LME an einem Tag verschieben. Zum Wochenstart drückten schwächere chinesische Industriedaten den Preis (Bloomberg, 28. September): Die Gewinne der Industrie wuchsen den vierten Monat in Folge langsamer.
Für den Einkauf in Europa zählt der Monatsdurchschnitt. Das Mittel der LME-Kasse lag im September bis zum 25. bei 14.480,45 US$/t, 0,9 Prozent über dem August-Mittel von 14.353,40 US$/t. In Euro fällt der Anstieg wegen des schwächeren Euro etwas höher aus. Für Oktober spricht das für eine leicht höhere Kupferbasis bei Kabeln und Halbzeugen.
Worauf wir achten: die Nachfrage nach der chinesischen Feiertagswoche, die Richtung der LME-Bestände und eine mögliche Proklamation zu Raffinadekupfer.
Wie resilient ist Ihre Lieferkette?
Ein Firmenname genügt. Das Risk Radar kartiert Lieferanten-Abhängigkeiten und zeigt Risiko-Hotspots – in Sekunden.
Was heißt das konkret für den Einkauf in DACH?
Kaufen Sie nicht in die Wiederbevorratung hinein. Der Anstieg der letzten zwei Wochen kam von chinesischen Käufern vor einer Feiertagswoche, nicht von einer neuen Angebotslage in Europa. Wer offenen Bedarf für das vierte Quartal hat, staffelt Fixierungen über Oktober und November, statt alles nahe am Jahreshoch festzuschreiben. Die steigenden LME-Bestände sind ein Argument, das Sie Lieferanten entgegenhalten können, wenn sie Knappheit anführen.
Prüfen Sie die Kupferbasis Ihrer Verträge auf den Monatsdurchschnitt. Das September-Mittel liegt 0,9 Prozent über August, in Euro etwas mehr. Für Oktober ist damit eine leicht höhere Basis bei Kabeln, Drähten und Halbzeugen begründet, eine Erhöhung weit über diese Größenordnung nicht. Verlangen Sie, dass Lieferanten die Metallkomponente nach der vereinbarten Notierung abrechnen und Verarbeitungsaufschläge getrennt ausweisen, damit ein Rohstoffanstieg nicht doppelt eingepreist wird.
Behalten Sie die US-Zollentscheidung als Vertragsthema. Solange keine Proklamation zu Raffinadekupfer vorliegt, bleibt ein Preisimpuls gespeichert, der an einem Tag freigesetzt werden kann. Formulieren Sie Anpassungsklauseln an die Veröffentlichung im Federal Register, nicht an Marktberichte, und regeln Sie die Preisbasis für bereits bestätigte, noch nicht gelieferte Mengen.
Nutzen Sie Indexklauseln mit klarer Mittelung. Bei Preisen nahe dem Jahreshoch und einer Kurve, die innerhalb von zwei Wochen von 5,50 auf 93,00 US$/t Backwardation springt, sind Fixpreise für Lieferanten teuer abzusichern und für Sie teuer einzukaufen. Eine Monatsmittelung auf LME-Cash mit festem Stichtag verteilt das Risiko fairer als ein Festpreis mit verdeckter Risikoprämie.
Für Kabel und Leitungen entscheidet die Kupferbasis der Hersteller. Die Oktober-Werte werden Ende September veröffentlicht und folgen dem Monatsmittel der LME-Kasse in Euro. Prüfen Sie Ihre Rechnungen im Oktober gegen den veröffentlichten Wert und nicht gegen Tageskurse, und klären Sie mit Lieferanten, die eine eigene Metallnotierung verwenden, wie diese berechnet wird. Abweichungen zur veröffentlichten Kupferbasis ohne nachvollziehbare Begründung sind ein Verhandlungspunkt.
Kupferpreis Prognose: Einschätzung unseres Procurement Intelligence Teams
Basisszenario
In dieser Spanne über die nächsten vier bis sechs Wochen. (1) Die Wiederbevorratung vor der chinesischen Feiertagswoche hat den Preis bis knapp an das Jahreshoch getragen, danach fehlt ein neuer Impuls, (2) Shanghaier Bestände auf dem tiefsten Stand seit 2023 und die zurückgekehrte Backwardation stützen nach unten, (3) steigende LME-Bestände von 251.500 t und schwächere chinesische Industriedaten begrenzen nach oben, (4) die offene US-Zollentscheidung bindet weiter Metall in US-Lagern.
Risikoszenario
Chinesische Käufer bleiben nach der Feiertagswoche aktiv und die Shanghaier Bestände fallen weiter, der Präsident bestätigt die gestaffelten Raffinade-Zölle und zieht neue US-Käufe an, und der Bestandsaufbau in London dreht. Dann wird das Jahreshoch von 14.850,00 US$/t überschritten. Wahrscheinlichkeit 25 bis 30 Prozent über die nächsten drei Monate.
Verwandte Rohstoffpreise
Verwandte Themen im Einkaufslexikon
Häufig gestellte Fragen
Mit einer Klausel, die an ein objektives Ereignis anknüpft. Die Empfehlung für gestaffelte Zölle auf Raffinadekupfer liegt seit dem 30. Juni beim Präsidenten. Eine Proklamation ist bis Ende September nicht bekannt; Reuters berichtete am 10. September, der Plan stocke wegen Sorgen um die Bezahlbarkeit. Die Verzerrung bleibt messbar: Seit Februar 2025 sind über 1,2 Mio. t Kupfer in die USA geflossen, rund 696.000 t liegen in COMEX-Lagern. Drei Monate Schwebezustand sind keine Entwarnung, sondern ein aufgestauter Preisimpuls, der an einem einzigen Tag freigesetzt werden kann. Formulieren Sie die Anpassungsklausel deshalb an die Veröffentlichung einer Proklamation im Federal Register, nicht an eine Marktbewertung, und regeln Sie ausdrücklich die Preisbasis für bereits bestätigte, aber noch nicht gelieferte Mengen.
Er ist strukturell, nicht zyklisch. Codelco hat gegenüber Reuters bestätigt, dass El Teniente nach dem Rockburst-Unfall vom Juli 2025 für rund fünf Jahre auf 301.000 t pro Jahr beschränkt bleibt, gegenüber 356.000 t in 2024. Das sind rund 55.000 t weniger pro Jahr aus einer einzelnen Mine. Die veröffentlichte ICSG-Bilanz für Januar bis Juni 2026 weist zwar einen Überschuss von 131.000 t aus, zeigt für den Juni allein aber ein Defizit von 60.000 t und eine um 1,1 Prozent gesunkene Minenproduktion. Entscheidend ist ohnehin die Stufe davor: Platts bewertete die Behandlungslöhne am 9. Juli mit minus 132 US$/t und die Raffinierlöhne mit minus 13,2 US-Cent/lb, und die Demokratische Republik Kongo hat mit Wirkung zum 6. August die Ausfuhr von Kupfer- und Kobaltkonzentraten untersagt. Für Verträge, die 2027 abdecken, gehört deshalb eine Überprüfungsklausel hinein, die nicht nur an das LME-Niveau, sondern ausdrücklich an die Konzentratverfügbarkeit gekoppelt ist.
Darauf, ob sie sich tatsächlich parallel zum Rohstoffmarkt bewegen oder ob sie losgelöst davon steigen. Gerade bei hohen LME-Niveaus lohnt sich die saubere Trennung zwischen Metallwert und Verarbeitung, weil sonst ein Rohstoffanstieg doppelt monetarisiert wird.
Dann, wenn der Rohstoffanteil hoch ist und die Marktbewegung schnell in die Kalkulation einläuft. Im aktuellen Umfeld sind klare Indexklauseln mit definierter Reset-Logik oft belastbarer als Fixpreise, in denen Lieferanten ihre Unsicherheit über verdeckte Risikoprämien einpreisen.
Differenziert, denn die Bestände sprechen je nach Ort eine andere Sprache. Ende September stehen die LME-Bestände mit 251.500 t deutlich höher als Mitte August, während die Kathodenbestände in Shanghai auf 43.900 t gefallen sind, den tiefsten Stand seit 2023 (Bloomberg, 22. September). In den USA liegen weiter rund 696.000 t in COMEX-Lagern, weil seit Februar 2025 über 1,2 Mio. t Kupfer in die USA gezogen wurden. Entsprechend widersprüchlich wirkt die Kurve: Der Kasse-Aufschlag über dem 3-Monats-Kurs fiel bis zum 11. September auf 5,50 US$/t und stieg bis zum 25. September wieder auf 93,00 US$/t, während die Kasse mit 14.740,00 US$/t nahe am Jahreshoch von 14.850,00 US$/t vom 17. August schloss. Hohe Bestände sind also kein Entlastungssignal, wenn sie am falschen Ort liegen, und niedrige Bestände in China kein Dauerzustand, wenn Käufer nach einer Feiertagswoche zurückhaltender werden. Für den Einkauf heißt das: Fixierungen staffeln, auf Monatsmittel abrechnen und die Richtung der Bestände in London und Shanghai als Prüfpunkt in Verträge aufnehmen.


