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Kupferpreis aktuell: Preis, Entwicklung und Prognose 2026

12.10.2026

Aktueller Kupferpreis auf LME-Cash-Basis (14.689,00 US$/t per 9. Oktober, 161 US$/t unter dem Jahreshoch). Trendanalyse zum Streik in der chilenischen Mine Centinela, zur zurückgekehrten chinesischen Nachfrage nach der Feiertagswoche, zu sinkenden LME-Beständen und Rekordbeständen an der COMEX, zur weiter offenen US-Zollentscheidung und zur Kupferbasis in Euro. Einkaufsempfehlungen für die DACH-Beschaffung.

AUF EINEN BLICK

  • Am 7. Oktober begann ein Streik in der chilenischen Mine Centinela von Antofagasta; die Gewerkschaft erwartet bei längerer Dauer ab November eine halbierte Förderung, das Unternehmen hält an seiner Prognose fest (Reuters). Chile förderte schon im August 12,7 Prozent weniger als im Vorjahr.
  • LME Kupfer Cash schließt am 9. Oktober bei 14.689,00 US$/t, 161 US$/t unter dem Jahreshoch. Der 3-Monats-Kurs gewann in der Woche 2 Prozent, als chinesische Käufer nach der Feiertagswoche zurückkamen (Reuters).
  • Die LME-Bestände fallen seit dem 25. September um 18.475 t auf 233.025 t, während an der COMEX mit 711.609 t ein Rekord liegt (Reuters). Die Backwardation weitet sich auf 119 US$/t: Metall in Europa wird knapper, nicht reichlicher.
  • In Euro steigt die Kupferbasis stärker als in US-Dollar: LAPP veröffentlichte für Oktober 1.298,34 €/100 kg, den höchsten Wert der Reihe. Bei unverändertem Oktobermittel und dem schwächeren Euro deutet die Rechnung für November auf rund 1.330 €/100 kg.

Was treibt den Preis gerade?

Die Angebotsseite meldet sich zurück. Am 7. Oktober traten zwei Gewerkschaften in der Mine Centinela von Antofagasta in Chile in den Streik, nachdem die Tarifgespräche gescheitert waren. Antofagasta hält an seiner Produktionsprognose fest, die Gewerkschaft erwartet bei längerer Dauer ab November eine um die Hälfte geringere Förderung (Reuters, 7. und 9. Oktober). Der Streik trifft ein Land, das ohnehin weniger liefert: Chile förderte im August 366.300 t Kupfer, 12,7 Prozent weniger als im Vorjahr; Escondida lag 27,6 Prozent unter Vorjahr (Cochilco via Reuters, 9. Oktober). Codelco hatte im August bereits die Erweiterung Andes Norte in El Teniente wegen seismischer Risiken pausiert.

Gleichzeitig ist China nach der Feiertagswoche als Käufer zurück. Der LME-3-Monats-Kurs stieg am 9. Oktober um 1,6 Prozent auf 14.540 US$/t und gewann in der Woche 2 Prozent; ein Indikator für die chinesische Importnachfrage stand auf dem höchsten Stand seit vier Jahren (Reuters). Die LME-Kasse schloss am 9. Oktober bei 14.689,00 US$/t, nach einem Tief von 14.335,00 US$/t am 1. Oktober. Das Jahreshoch von 14.850,00 US$/t vom 17. August ist nur 161 US$/t entfernt.

Die Bestände erzählen inzwischen eine andere Geschichte als vor zwei Wochen. In London sanken sie vom 25. September bis 9. Oktober um 18.475 t auf 233.025 t, den tiefsten Stand seit sechs Wochen, und die Kasse liegt 119 US$/t über dem 3-Monats-Kurs. In Shanghai fielen die Bestände Ende September auf den tiefsten Stand seit Januar 2024 und stiegen nach den Feiertagen um 20.000 t auf 58.744 t. An der COMEX liegen mit 711.609 t so viele Tonnen wie nie (Reuters, 9. Oktober). Grund bleibt die offene US-Zollentscheidung zu Raffinadekupfer: Eine Proklamation liegt weiter nicht vor, Reuters hatte am 10. September berichtet, der Plan stocke. Solange das so ist, bleibt Metall in US-Lagern gebunden, das dem Rest der Welt fehlt.

Auch die Bilanz hat sich gedreht. Nach den ICSG-Daten für Januar bis Juli stand der Raffinademarkt, bereinigt um chinesische Zolllagerbestände, bei einem leichten Defizit von rund 5.000 t, nach einem Überschuss von rund 157.000 t im Vorjahreszeitraum; die Minenproduktion sank um 1 Prozent (ICSG, 29. September). Die Behandlungs- und Raffinierlöhne für Konzentrat lagen Ende August nach Fastmarkets bei minus 232 US$/t, einem Rekordtief. Gegenwind kommt aus den USA: Die Märkte preisen laut Bloomberg vom 7. Oktober eine hohe Wahrscheinlichkeit weiterer Zinserhöhungen der Fed bis Dezember ein, die Rendite zehnjähriger US-Anleihen liegt bei rund 5,2 Prozent (Reuters).

Für den Einkauf in Europa zählt der Monatsdurchschnitt in Euro. Das Mittel der LME-Kasse lag im September bei 14.483,39 US$/t, im Oktober bis zum 9. bei 14.478,57 US$/t, also praktisch gleich. Der Euro fiel aber vom September-Mittel von 1,1513 US$ auf 1,1206 US$ am 9. Oktober (EZB). LAPP veröffentlichte für Oktober eine Kupferbasis von 1.298,34 €/100 kg, den höchsten Wert der Reihe. Worauf wir achten: die Dauer des Streiks in Centinela, die Richtung der LME-Bestände und eine mögliche Proklamation zu Raffinadekupfer.

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Was heißt das konkret für den Einkauf in DACH?

Das Argument steigender LME-Bestände ist weg. Vor zwei Wochen konnten Sie Lieferanten die wachsenden Bestände in London entgegenhalten, heute sinken sie, und die Backwardation liegt bei 119 US$/t. Wer offenen Bedarf für das vierte Quartal und das erste Quartal 2027 hat, fixiert jetzt einen Teil auf Monatsmittel, statt auf einen Rückgang zu warten, den die Angebotsseite derzeit nicht stützt. Staffeln Sie die Fixierungen über Oktober und November, damit ein Bruch des Jahreshochs nicht Ihre gesamte Menge trifft.

Rechnen Sie die Kupferbasis in Euro, nicht in US-Dollar. Der Kupferpreis in US-Dollar ist im Oktober bisher flach, der schwächere Euro hebt die Basis trotzdem. Nach der Formel, mit der sich die veröffentlichten LAPP-Werte nachrechnen lassen, ergibt das Oktobermittel bis zum 9. Oktober beim aktuellen Euro rund 1.330 €/100 kg für November, plus 2,6 Prozent zum Oktoberwert von 1.298,34 €/100 kg. Das ist eine Tacto-Schätzung, kein veröffentlichter Wert. Eine Erhöhung von Kabel- und Halbzeugpreisen in dieser Größenordnung ist begründet, eine deutlich höhere nicht.

Trennen Sie Metallkomponente und Verarbeitung konsequent. Verlangen Sie, dass Lieferanten die Metallkomponente nach der vereinbarten Notierung abrechnen und Verarbeitungsaufschläge getrennt ausweisen, damit ein Rohstoffanstieg nicht doppelt eingepreist wird. Lieferanten mit eigener Metallnotierung sollen deren Berechnung offenlegen; Abweichungen zur veröffentlichten Kupferbasis ohne nachvollziehbare Begründung sind ein Verhandlungspunkt.

Behalten Sie die US-Zollentscheidung als Vertragsthema. Mit über 711.000 t in COMEX-Lagern ist ein großer Preisimpuls gespeichert, der an einem Tag freigesetzt werden kann, in beide Richtungen: Eine Proklamation zieht weiteres Metall in die USA, ein Verzicht spült es zurück an die LME. Formulieren Sie Anpassungsklauseln an die Veröffentlichung im Federal Register, nicht an Marktberichte, und regeln Sie die Preisbasis für bereits bestätigte, noch nicht gelieferte Mengen.

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Basisszenario

14.000 bis 15.000 US$/t LME Cash

In dieser Spanne über die nächsten vier bis sechs Wochen. (1) Die Kasse bewegt sich seit dem 25. September zwischen 14.335,00 und 14.740,00 US$/t, das Oktobermittel liegt bisher bei 14.478,57 US$/t, (2) sinkende LME-Bestände, eine Backwardation von 119 US$/t und der Streik in Centinela stützen nach unten, (3) Zinserwartungen in den USA und der Bestandsaufbau in Shanghai nach den Feiertagen begrenzen nach oben, (4) die offene US-Zollentscheidung bindet weiter Metall in COMEX-Lagern.

Risikoszenario

15.000 bis 16.000 US$/t LME Cash

Der Streik in Centinela zieht sich in den November, eine weitere Mine in Chile oder Indonesien fällt aus, oder der Präsident bestätigt die gestaffelten Raffinade-Zölle und zieht zusätzliches Metall in die USA, während die LME-Bestände weiter sinken. Dann wird das Jahreshoch von 14.850,00 US$/t überschritten. Wahrscheinlichkeit 25 bis 30 Prozent über die nächsten drei Monate.

Häufig gestellte Fragen

Wie gehe ich in laufenden Verträgen mit der offenen US-Zollentscheidung zu Raffinadekupfer um?
+

Mit einer Klausel, die an ein objektives Ereignis anknüpft. Die Empfehlung für gestaffelte Zölle auf Raffinadekupfer liegt seit dem 30. Juni beim Präsidenten. Eine Proklamation ist bis zum 11. Oktober nicht bekannt; Reuters berichtete am 10. September, der Plan stocke wegen Sorgen um die Bezahlbarkeit. Die Verzerrung bleibt messbar: In COMEX-Lagern liegen mit 711.609 t so viele Tonnen wie nie (Reuters, 9. Oktober), während die LME-Bestände sinken. Mehr als drei Monate Schwebezustand sind keine Entwarnung, sondern ein aufgestauter Preisimpuls, der an einem einzigen Tag freigesetzt werden kann. Formulieren Sie die Anpassungsklausel deshalb an die Veröffentlichung einer Proklamation im Federal Register, nicht an eine Marktbewertung, und regeln Sie ausdrücklich die Preisbasis für bereits bestätigte, aber noch nicht gelieferte Mengen.

Was bedeutet der Codelco-El-Teniente-Cut für meine Vertragsgestaltung?
+

Er ist strukturell, nicht zyklisch. Codelco hat gegenüber Reuters bestätigt, dass El Teniente nach dem Rockburst-Unfall vom Juli 2025 für rund fünf Jahre auf 301.000 t pro Jahr beschränkt bleibt, gegenüber 356.000 t in 2024. Im August hat Codelco zudem die Erweiterung Andes Norte wegen neuer seismischer Risiken pausiert, Förderung dort wird nun 2029 erwartet (Reuters). Chile insgesamt förderte im August 12,7 Prozent weniger als im Vorjahr (Cochilco via Reuters, 9. Oktober). Nach den ICSG-Daten für Januar bis Juli 2026 stand der Raffinademarkt, bereinigt um chinesische Zolllagerbestände, bei einem leichten Defizit von rund 5.000 t, die weltweite Minenproduktion sank um 1 Prozent. Entscheidend ist die Stufe davor: Fastmarkets bewertete die Behandlungs- und Raffinierlöhne für Konzentrat Ende August mit minus 232 US$/t, einem Rekordtief, und die Demokratische Republik Kongo hat mit Wirkung zum 6. August die Ausfuhr von Kupfer- und Kobaltkonzentraten untersagt. Für Verträge, die 2027 abdecken, gehört deshalb eine Überprüfungsklausel hinein, die nicht nur an das LME-Niveau, sondern ausdrücklich an die Konzentratverfügbarkeit gekoppelt ist.

Worauf sollte ich bei Halbzeug- und Verarbeitungsaufschlägen achten?
+

Darauf, ob sie sich tatsächlich parallel zum Rohstoffmarkt bewegen oder ob sie losgelöst davon steigen. Gerade bei hohen LME-Niveaus lohnt sich die saubere Trennung zwischen Metallwert und Verarbeitung, weil sonst ein Rohstoffanstieg doppelt monetarisiert wird.

Wann sind indexierte Klauseln besser als Fixpreise?
+

Dann, wenn der Rohstoffanteil hoch ist und die Marktbewegung schnell in die Kalkulation einläuft. Im aktuellen Umfeld sind klare Indexklauseln mit definierter Reset-Logik oft belastbarer als Fixpreise, in denen Lieferanten ihre Unsicherheit über verdeckte Risikoprämien einpreisen.

Wie bewerte ich hohe Kupferpreise bei gleichzeitig unterschiedlichen Lagerbeständen?
+

Differenziert, denn die Bestände sprechen je nach Ort eine andere Sprache. In London sanken sie vom 25. September bis 9. Oktober um 18.475 t auf 233.025 t, den tiefsten Stand seit sechs Wochen. In Shanghai fielen sie Ende September auf den tiefsten Stand seit Januar 2024 und stiegen nach der Feiertagswoche um 20.000 t auf 58.744 t. An der COMEX liegen mit 711.609 t so viele Tonnen wie nie (Reuters, 9. Oktober), weil die offene US-Zollentscheidung Metall in die USA zieht. Entsprechend deutlich ist die Kurve: Die Kasse lag am 9. Oktober 119 US$/t über dem 3-Monats-Kurs und schloss mit 14.689,00 US$/t nahe am Jahreshoch von 14.850,00 US$/t vom 17. August. Hohe Bestände sind also kein Entlastungssignal, wenn sie am falschen Ort liegen. Für den Einkauf heißt das: Fixierungen staffeln, auf Monatsmittel abrechnen und die Richtung der Bestände in London und Shanghai als Prüfpunkt in Verträge aufnehmen.

LME COPPER CASH
14689
US$/t
1M
+0,1 %
3M
+10,0 %
12M
+37,3 %
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