NEU: Tacto Risk Radar. Ihr Lieferkettenrisiko in 60 Sekunden analysiert — kostenlos, ohne Registrierung. -> Risikoanalyse starten

ROHSTOFFPREISE

Stahlpreis aktuell: Preis, Entwicklung und Prognose 2026

06.07.2026

Aktueller Stahlpreis auf Basis des Fastmarkets HRC Index Nordeuropa (690,94 €/t per 2. Juli, plus 9 €/t am zweiten Tag des neuen Quotenregimes). Trendanalyse zur Tag-eins-Ausschöpfung der Türkei-Quote für Warmband (Kategorie 1.A um 43 Prozent überzeichnet, Kallanish per 1. Juli), zum seit 1. Juli geltenden TRQ-Regime (Quoten minus 47 Prozent, HRC-Quote 1A auf 5,2 Mio. t gekürzt, Out-of-Quota-Zoll 50 Prozent) und zur Melt-and-Pour-Pflicht ab 1. Oktober. Einkaufsempfehlungen für die DACH-Beschaffung.

LEITINDIKATOR WARMBAND (HRC), NORDEUROPA
691
€/t
Fastmarkets HRC Index ex-works Nordeuropa, Stand 2. Juli 2026 (690,94 €/t, plus 9 €/t am zweiten Tag des neuen Quotenregimes)
1M
−0,2 %
3M
−4,0 %
12M
+15,0 %
Fastmarkets HRC Index (Nordeuropa, 690,94 €/t per 2. Juli), Kallanish via EUROMETAL (Türkei-Quotenauslastung per 1. Juli, EU-TARIC), Verordnung (EU) 2026/1384 (Amtsblatt 24. Juni; Länderquoten 30. Juni, HRC-Quote 1A 5,2 Mio. t), EUROMETAL Markt-Updates, EU-Kommission (definitive HRC-Anti-Dumping-Zölle gegen Ägypten, Japan, Vietnam), EUROFER.
PRODUKT
SPOTPREIS
VERÄNDERUNG
QUELLE

Die Preisbewegung betrifft nicht nur Warmband. CRC Nordeuropa liegt bei rund 800 €/t, der Aufschlag über HRC bei rund 110 €/t und damit im normalen Bereich; verzinkter Flachstahl (HDG) bewegt sich ähnlich. Das spricht für eine eng gekoppelte Entwicklung im europäischen Flachstahlmarkt.

AUF EINEN BLICK

  • Türkei hat ihre Q3-Quote für Warmband (Kategorie 1.A) am ersten Tag des neuen Regimes ausgeschöpft: 229.564 t angemeldet bei 160.574 t Quote, Überzeichnung 43 Prozent (Kallanish, Stand 1. Juli).
  • Fastmarkets HRC Nordeuropa springt am 2. Juli um 9 €/t auf 690,94 €/t ex-works; mehrere europäische Anbieter zogen nach der Länderquoten-Veröffentlichung vom 30. Juni ihre Offerten zurück.
  • Seit 1. Juli: zollfreie Quoten minus 47 Prozent, HRC-Quote (1A) auf 5,2 Mio. t gekürzt, Out-of-Quota-Zoll 50 Prozent, Melt-and-Pour-Nachweis ab 1. Oktober.
  • H2-Kontrakte jetzt mit Indexklausel und TRQ-Klausel schließen; die schwache Endkundennachfrage bleibt das Gegengewicht zu den Mills-Forderungen.

Was treibt den Preis gerade?

Der erste Härtetest des neuen Importregimes kam schneller als erwartet. Nach Kallanish-Berechnungen auf TARIC-Basis hat die Türkei ihre Q3-Quote für Warmband (Kategorie 1.A) bereits am 1. Juli, dem ersten Geltungstag, vollständig ausgeschöpft: 229.564 t warteten auf Zuteilung, bei einer Quote von 160.574 t. Das ist eine Überzeichnung von 43 Prozent. Auch die Quote für metallisch beschichtete Bleche (4.A) ist um 10 Prozent überzeichnet. Wer jetzt türkisches Warmband bucht, zahlt real 50 Prozent Zoll oder wartet auf das vierte Quartal.

Der Spotmarkt reagiert. Der Fastmarkets HRC Index Nordeuropa sprang am 2. Juli um gut 9 €/t auf 690,94 €/t ex-works, nach 681,88 €/t am Vortag. Zuvor hatten mehrere europäische Anbieter nach der Veröffentlichung der Länderquoten am 30. Juni ihre Angebote zurückgezogen. Die Werke testen, wie viel der neuen Knappheit sie durchsetzen können.

Die Regeln selbst sind seit dem 24. Juni final: Verordnung (EU) 2026/1384 kürzt die zollfreien Quoten um rund 47 Prozent, die HRC-spezifische Quote (Kategorie 1A) fällt auf 5,2 Mio. t nach 7,7 Mio. t, der Zoll über der Quote liegt bei 50 Prozent, und ab dem 1. Oktober greift die Melt-and-Pour-Nachweispflicht.

Das Gegengewicht bleibt die Endkundennachfrage. Die Abrufmengen aus Automobil und Bau sind niedrig, Service-Center melden Bestände bis in den September und Oktober. Offerten integrierter Werke für Juli-Lieferung lagen zuletzt bei 695 bis 715 €/t ex-works, reale Abschlüsse darunter. Die definitiven Anti-Dumping-Zölle auf Warmband aus Ägypten, Japan und Vietnam plus das laufende CRC-Verfahren verengen die Alternativen zusätzlich.

Worauf wir achten: die Quotenauslastung weiterer Herkunftsländer in den ersten Juli-Wochen. Jede voll gelaufene Länderquote nimmt kurzfristig Importmenge aus dem Markt und verschiebt die Verhandlungsposition Richtung europäische Werke.

Wie resilient ist Ihre Lieferkette?

Ein Firmenname genügt. Das Risk Radar kartiert Lieferanten-Abhängigkeiten und zeigt Risiko-Hotspots – in Sekunden.

Thank you! Your submission has been received!
Oops! Something went wrong while submitting the form.
Tacto Verhandlungsvorbereitung Dashboard

Was heißt das konkret für den Einkauf in DACH?

Prüfen Sie sofort, welche Ihrer Importquellen von der Tag-eins-Ausschöpfung betroffen sind. Türkisches Warmband und Kategorie-4.A-Material sind für Q3 faktisch verzollt; kalkulieren Sie bestehende Bestellungen mit 50 Prozent Zoll nach oder verschieben Sie die Lieferung vertraglich ins vierte Quartal. Kaltband aus der Türkei bleibt dagegen offen: 89 Prozent der Quote sind noch verfügbar.

Schließen Sie H2-Kontrakte auf HRC, CRC und HDG jetzt, bevor die Werke den Quoteneffekt vollständig einpreisen. Der Anker bleibt eine Indexklausel auf das Fastmarkets-Monatsmittel mit Cap-and-Floor-Band von plus 8 bis minus 10 Prozent. Der Sprung vom 2. Juli zeigt, wie schnell sich das Niveau jetzt bewegen kann.

Verlangen Sie die Melt-and-Pour-Dokumentation ab sofort als Vertragsbeilage. Lieferanten, die den Schmelznachweis ab Oktober nicht erbringen können, fallen als Quelle aus, unabhängig vom Preis. Die verbleibenden drei Monate sind die Requalifizierungsfrist, nicht der Puffer danach.

Nutzen Sie die schwache Endkundennachfrage als Gegengewicht. Solange Service-Center bis in den Herbst eingedeckt sind, sind die Offerten von 695 bis 715 €/t ex-works und die H2-Forderungen der Werke ein Verhandlungspunkt, kein Faktum. Die Differenz zwischen Liste und realem Abschluss bleibt Ihr Spielraum.

Rohstoffpreise direkt im Postfach

Alle zwei Wochen: Preistrends, Marktanalysen und Verhandlungstipps — kompakt aufbereitet für den Einkauf. Kostenlos und jederzeit kündbar.

JETZT ANMELDEN

Stahlpreis Prognose: Einschätzung unseres Procurement Intelligence Teams

Basisszenario

680 bis 730 €/t HRC Nordeuropa

In dieser Spanne über die nächsten vier bis sechs Wochen, mit Drift nach oben. (1) Die Tag-eins-Ausschöpfung der Türkei-Quote verengt das Importangebot sofort, (2) der 50-Prozent-Zoll macht Überkontingent-Ware unwirtschaftlich, (3) die schwache Auto- und Baunachfrage begrenzt die Aufschläge der Werke nach oben. Der Index hat mit 690,94 €/t am 2. Juli den oberen Bereich der Juni-Spanne erreicht.

Risikoszenario

730 bis 790 €/t HRC Nordeuropa

Weitere Länderquoten laufen im Juli voll, die Werke setzen ihre Offerten von 750 €/t frei Haus teilweise durch, und die Wiederbevorratung beginnt vor dem Oktober-Start der Melt-and-Pour-Pflicht. Wahrscheinlichkeit 25 bis 30 Prozent über die nächsten drei Monate.

Häufig gestellte Fragen

Wie sollte ich die TRQ-Allokation des neuen Schutzregimes ab 1. Juli 2026 in Verträgen abbilden?
+

Klären Sie drei Punkte explizit. Erstens: welche Herkünfte fallen unter Ihre Lieferantenliste, und wie voll sind deren Länderquoten bereits? Die Verordnung (EU) 2026/1384 ist seit dem 24. Juni publiziert, die Länderquoten sind seit dem 30. Juni bekannt, und die Türkei-Quote für Warmband war am 1. Juli ausgeschöpft. Zweitens: wer trägt das Quotenrisiko, wenn die Allokation während der Laufzeit voll läuft und der 50-Prozent-Out-of-Quota-Zoll greift? Drittens: erfüllt der Lieferant die Melt-and-Pour-Regel ab 1. Oktober oder nutzt er Vorlieferanten aus Drittländern? Eine Quoten-Anpassungsklausel plus laufendes Monitoring der TARIC-Auslastung gehört jetzt in jeden Importvertrag.

Wie kalkuliere ich CBAM-Kosten bei Stahlimporten ein?
+

CBAM ist seit 1. Januar 2026 finanziell wirksam, gezahlt wird ab 2027 mit dem Erwerb von Zertifikaten. Der erste offizielle Quartalszertifikatspreis für Q1 2026 liegt bei 75,36 €/tCO2e (Fastmarkets). Die effektiven Mehrkosten für Hochemissionsstahl liegen bei einem EUA-Niveau um 90 € bei rund 40 bis 60 €/t. Für eine vollständige Importkalkulation gehören CBAM-Zertifikatskosten, Dokumentationsaufwand, Quotenverfügbarkeit unter dem seit 1. Juli 2026 geltenden Schutzinstrument und das Risiko längerer Transitzeiten in die Rechnung. In vielen Fällen ist das nominell günstigere Drittlandsangebot nach Gesamtkostenrechnung nicht mehr die wirtschaftlich bessere Alternative.

Warum unterscheiden sich HRC-, CRC- und HDG-Preise so stark?
+

HRC (Warmband) ist das Basismaterial. Kaltband (CRC) erfordert einen zusätzlichen Walzschritt und liegt deshalb typischerweise 80 bis 130 €/t über HRC. Feuerverzinkter Flachstahl (HDG) kommt nochmals mit einem Beschichtungsaufschlag. Im aktuellen Markt steigen CRC- und HDG-Preise teils schneller als HRC, weil knappe Verfügbarkeit und höhere Energiekosten bei den Folgeprodukten stärker durchschlagen. Für die Verhandlung heißt das: Nicht jede Stahlpreiserhöhung trifft alle Produkte gleich, und eine Aufschlüsselung nach Basispreis, Produktaufschlag und Energiekomponente ist der wichtigste Hebel gegen pauschale Forderungen.

Woran erkenne ich, ob eine Preiserhöhung marktgetrieben oder opportunistisch ist?
+

Eine saubere Prüfung beginnt mit drei Fragen: Steigt der relevante Marktindikator? Ziehen die von Ihnen tatsächlich gekauften Folgeprodukte mit? Und passt die Forderung des Lieferanten zu den aktuellen Angebotsniveaus im Markt? Wenn nur einer dieser drei Punkte fehlt, lohnt sich Gegenwehr.

Wann ist eine Importalternative unter CBAM und Safeguard noch belastbar?
+

Nur dann, wenn die Vergleichsrechnung nicht beim Basispreis endet. Seit 1. Januar 2026 wirkt CBAM finanziell, mit dem ersten offiziellen Q1-2026-Zertifikatspreis von 75,36 €/tCO2e (Fastmarkets). Seit dem 1. Juli 2026 gilt zudem das neue Safeguard-Regime mit 47 Prozent niedrigerer zollfreier Quote und 50 Prozent Out-of-Quota-Zoll; die Türkei-Quote für Warmband war bereits am ersten Tag ausgeschöpft. Eine Türkei- oder Vietnam-Offerte, die nominal 30 bis 50 €/t günstiger wirkt, kann nach CBAM-Aufladung und Quotenrisiko teurer ausfallen als europäische Ware. Belastbar ist die Alternative, wenn CO2-Intensität, Quotenkapazität, Lieferzeit und Risikoaufschlag in der Vollkostenrechnung sauber abgebildet sind.

Wie belastbar ist HRC als Referenz, wenn ich vor allem HDG oder CRC einkaufe?
+

HRC bleibt der wichtigste Leitindikator für europäischen Flachstahl. Für die Verhandlung ist aber entscheidend, wie sich die Lücke zu Kaltband- und Verzinkungsaufschlägen verändert. Genau dort zeigt sich, ob Preisforderungen sachlich begründet sind oder ob zusätzliche Marge mittransportiert wird.

LEITINDIKATOR WARMBAND (HRC), NORDEUROPA
691
€/t
1M
−0,2 %
3M
−4,0 %
12M
+15,0 %
WEITERE ROHSTOFFPREISE
Alle 2 Wochen: Preise, Trends, Verhandlungstipps

Kompakte Markteinordnung für den Einkauf — kostenlos, direkt ins Postfach.

JETZT ANMELDEN