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Beschaffungsmarkt im Ausnahmezustand: Tipps für den mittelständischen Einkauf

veröffentlicht am
27.9.2022

Die volatile Lage auf den Beschaffungsmärkten macht sich besonders im industriellen deutschen Mittelstand bemerkbar. Unternehmen haben mit steigenden Rohstoff- und Energiepreisen zu kämpfen, die sie durch den starken Wettbewerb nur begrenzt an Kunden weitergeben können. Bei den wirtschaftlichen Problemen in Deutschland, bedingt unter anderem durch Spätfolgen der Pandemie und den Krieg in der Ukraine, ist noch kein schnelles Ende abzusehen. Deswegen ist es essenziell, dass sich Unternehmen strategisch ausrichten, um Schwankungen entgegenzuwirken und Verluste zu minimieren. Da in deutschen mittelständischen Unternehmen 50 % - 70 % der Kosten auf den Einkauf zurückzuführen sind, ist dies ein einflussreicher Knackpunkt. Dementsprechend sollten Unternehmen genau hier ansetzen, um sich nachhaltig gegen makroökonomische Krisen zu wappnen. 

Neben dem strategischen Einkauf gibt es auch andere Möglichkeiten, die helfen, den Einkauf zukunftssicher aufzustellen. Diese sind in der Downloadressource zusammengefasst.

Jetzt Tipps herunterladen

Probleme in der Beschaffung
Hohe Rohstoffpreise, lange Lieferzeiten, unzuverlässiger Wareneinkauf

Makroökonomische Lage
Anhaltende Inflation: steigende Verbraucher, Materialien, - und Energiepreise

Zukunftssicherer Einkauf
Geografische Nähe, Multi-Sourcing, finanzielle Absicherungen

Aktuelle makroökonomische Lage in Deutschland

Die deutsche Wirtschaft ist derzeit geprägt von einer hohen Inflation, welche nicht nur den Alltag für Privatpersonen teurer macht, sondern auch Unternehmen vor neue Herausforderungen stellt. Infolge der enormen Preissteigerungen, mit denen auch steigende Löhne nicht mithalten können, wird ein Wohlstandsverlust sowie ein Anstieg der Arbeitslosigkeit erwartet.

Auch der rückläufige weltweite Handel, bedingt durch Pandemieeinschränkungen in China und Lieferstillstände für Produkte aus der Ukraine, macht sich in Deutschland bemerkbar. Containerschiffe stauen sich vor deutschen Nordseehäfen und exportierende Schiffe können nicht pünktlich auslaufen. 

Die Auswirkungen der aktuellen Lage sind besonders im mittelständischen Maschinenbau prägnant. In dieser Branche rechnet man zwar 2022 noch mit einem Umsatzplus von fast 12 % im Vergleich zum Vorjahr. Diese Zahl ist bedingt durch angestaute Aufträge aus der Pandemiezeit, die noch abgearbeitet werden müssen. Jedoch ist die gleiche Metrik in der Vorschau für 2023 aufgrund von steigenden Einkaufspreisen und rückläufigen Bestellmengen auf nur 6.7 % gesunken.

Nicht nur Lieferengpässe, sondern auch die mit der Inflation einhergehende Energiekrise stellt deutsche Unternehmen auf die Probe. Experten vermuten, dass die Auswirkungen so stark wie die der Lehman-Brothers-Pleite 2008 sein könnten (Handelsblatt 1, 2022). Laut einer Vorschau des Leibniz-Instituts wird die Wirtschaftsleistung 2023 leicht sinken, Verbraucherpreise jedoch um fast 10 % steigen. Auch die vorausgesagte Inflationssteigerung auf 11% im V1 2023 wird die wirtschaftliche Lage weiter verschlechtern und die Kaufkraft der Bürger verringern (Spiegel, 2022). 

Experten vermuten, dass die hohen Preise noch zwei bis drei Jahre bestehen, bevor sie sich wieder verringern. Bis dahin hofft man auf einen teilweisen Kaufkraftausgleich durch steigende Löhne (Handelsblatt 2, 2022).

Lage der Beschaffungsmärkte im Mittelstand

Von diesem Abschwung bleibt auch der Einkauf nicht verschont. Derzeit zeichnet sich der Einkaufsalltag in den Beschaffungsabteilungen im deutschen Mittelstand durch Lieferengpässe oder sogar nicht vorhandene Produkte bei Stamm-Zulieferern aus. 90 % der in einer Umfrage befragten Maschinenbaufirmen geben an, mit Engpässen bei der Zulieferung von Rohstoffen und Vorprodukten zu kämpfen (Beschaffung aktuell, 2022).

Unter anderem hat der Krieg in der Ukraine und weltweite Probleme im Schiffsverkehr zur Rohstoffknappheit und der drastischen Anhebung (bis zu 200 %) von Preisen für zum Beispiel Halbleiter, Stahl oder Kunststoff beigetragen. Unternehmen, die nicht agil auf Engpässe reagieren können, müssen Lieferzeiten verlängern, ihre Produktion herunterfahren oder sogar komplett zum Stillstand bringen.

Dies hat einen großen Einfluss auf die Wirtschaft, da 98 % aller Exporte Deutschlands von Unternehmen im Mittelstand kommen. Diese treten oft gegen starke Konkurrenz auf dem weltweiten Markt an, wodurch eine Preis-Umlagerung auf Kunden meistens nicht möglich ist (Handelsblatt 2, 2022).

Möglichkeiten zur Risikobeschränkung

Um die Volatilität der Lieferzeiten einzugrenzen, greifen einige Unternehmen auf rein europäische Zulieferer zurück, um geografische Nähe zu sichern und somit möglicherweise lange Wartezeiten zu umgehen. Auch haben 61 % der deutschen mittelständischen Unternehmen vor, die interne Wertschöpfung auszubauen und ihre Beschaffung zu regionalisieren (Handelsblatt 2, 2022). 

Zudem ist die Strategie des Multi-Sourcings - mehrere Zulieferer für gleiche Teile oder Rohstoffe zu verwenden - in Krisensituationen hilfreich. So ist der Einkauf abgesichert, falls ein Zulieferer nicht liefern kann und befindet sich in einer stärkeren Verhandlungsposition. Allerdings macht diese Taktik es schwieriger, enge Bindungen zu den Lieferanten aufzubauen.

Jedoch sind nicht nur Lieferantenwechsel, sondern auch gute Beziehungen und Kommunikation mit den Lieferanten weitere Merkmale, welche bessere Liefersicherheit in schweren Zeiten ermöglichen können. Wer mit offenen Karten spielt, kann gemeinsam mit dem Lieferanten planen und zügig auf Engpässe reagieren.

Um nicht nur Lieferzeiten, sondern auch Preise zu kontrollieren, gibt es die Möglichkeit der finanziellen Absicherung bei der Bank durch Forwards (außerbörslich) oder Futures (an der Terminbörse) Verträge, die Festpreise garantieren. Damit dies funktioniert, verpflichten sich beide Vertragsparteien zu einem bestimmten Zeitpunkt eine bestimmte Menge Rohstoffe zu einem vorher festgelegten Preis zu kaufen. Das verhindert jedoch, dass Firmen, im Fall einer Preissenkung, den niedrigeren Preis nutzen können (Handelsblatt 2, 2022).

Im Mittelstand ist auch die Option der Risikominimierung durch Langfristverträge gebräuchlich. Diese minimieren nicht nur Preisschwankungen, sondern unterstützen auch die Lieferantenbeziehungen, da sie durch ihre Laufzeit gegenseitiges Vertrauen aufbauen und beide Seiten absichern. Allerdings haben solche Langfristverträge oft große Komplexität und müssen, um zukünftige Streitpunkte auszuschließen, mit Sorgfalt aufgesetzt werden.

Damit Firmen in volatilen Zeiten clever handeln können, ist ein strategischer Einkauf, der Preis- und Lieferantenmanagement umfasst, unerlässlich. Dieser erlaubt Experten Tiefpreisphasen auszunutzen und geschickte Absicherungen anzulegen (Handelsblatt 2, 2022). Diese können laut dem Maschinenbauindustrieexperten Ralf Sauter zum Beispiel darin bestehen, Kostenstrukturen stärker zu überblicken. Laut einer Umfrage mit 48 Entscheidern aus dem Einkauf beschäftigen sich bereits 40 % der Maschinen- und Anlagenbauer mit hoher Priorität.

Tacto als Lösung

Um Kostenstrukturen besser im Blick zu behalten und den strategischen Einkauf zu stärken, sind digitale Lösungen notwendig, die Beschaffungsaktivitäten und Zulieferer übersichtlich auswerten sowie darstellen und agiles Handeln bei den Einkäufern ermöglichen. 

Tacto ist vom Mittelstand für den Mittelstand und wurde nah am Tagesgeschehen, mit Einkäufern entwickelt, um genau auf die Bedürfnisse des industriellen Mittelstands maßgeschneidert zu sein. So kann man zum Beispiel mithilfe des Einkaufscockpits alle wichtigen Kennzahlen wie Beschaffungsvolumen, Anzahl, Preisentwicklungen oder Lieferzeiten, bezogen auf Lieferanten, Warengruppen oder Artikelebene, auf einen Blick einsehen. So haben EinkäuferInnen einen klaren Vergleich ihrer Lieferanten und können datenbasiert bestimmen, mit welchen sie zu besten Konditionen zusammenarbeiten.

Mit dem Anfragemodul von Tacto, können operative Tätigkeiten vereinfacht werden, wodurch der/die EinkäuferIn mehr Zeit für strategische Tätigkeiten hat. Mithilfe dieses Moduls können Anfragen standardisiert an Lieferanten geschickt werden, die ohne Anmeldung darauf antworten können. Im Anschluss erhält der/die EinkäuferIn einen automatisierten Preisvergleich - ohne lästiges Eintippen in Excel aus verschiedenen Mails, Excel-Tabellen und PDF Dokumenten.

Unser/e Lieferantenportal & -verwaltung gibt den EinkäuferInnen auch in chaotischen Zeiten einen klaren Überblick über alle wichtigen Daten und Metriken des Lieferanten. Dafür sind an einem Ort alle Dokumente wie NDAs und ISO Zertifizierungen hinterlegt. Der/die EinkäuferIn weiß somit sofort, welche Lieferanten qualifiziert sind, welche Qualifizierungen und Zertifikate noch ausstehen und welche demnächst auslaufen.

Tacto ist die digitale Lösung für den mittelständischen Einkauf, welche es den EinkäuferInnen besonders in Krisenzeiten erlaubt, einen kühlen Kopf zu bewahren und strategisch kluge Entscheidungen zu treffen. Gemeinsam für einen zukunftssicheren Einkauf.

Referenzen

Spiegel
Handelsblatt 1
Handelsblatt 2

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