MATERIALPREISE
Palettenpreis aktuell: Preis, Entwicklung und Prognose 2026
03.08.2026
Aktueller Palettenpreis: EUR-1 Neupalette DACH rund 12,21 € pro Stück, angelehnt an den HPE-Index Massivholz für Paletten (Juli 2026: 110,27 Punkte, plus 16,5 Prozent zum Vorjahr). Trendanalyse zum PPWR-Mehrwegmandat in gut einer Woche (12. August), zur weiter nicht durchkommenden Rundholz-Entlastung und zu den gasgetriebenen Trocknungs- und Logistikkosten. Szenarien und Einkaufsempfehlungen für industrielle Beschaffung in DACH.
ZUR METHODIK
Für Palettenpreise verwenden wir den HPE-Holzpreisindex für Massivholz für Holzpaletten als industriellen Leitindikator. Der Index basiert auf typischen Palettenholzsortimenten wie Brettern, Kanthölzern und Palettenzuschnitten und bildet die Einkaufspreisentwicklung der in der Branche verwendeten Sortimente aus dem In- und Ausland ab. Wichtig ist: Der HPE stellt ausdrücklich klar, dass zusätzliche Kostenfaktoren wie Qualitätssortierung und weitere Endpreisbestandteile nicht im Index enthalten sind. Für den tatsächlichen Palettenpreis zählen deshalb zusätzlich Ausführung, Standardisierung, Trocknung, Reparaturfähigkeit, Logistik und Liefermodus. Ergänzend nutzen wir den FEFPEB European Pallet Timber Price Index als europäischen Trendanker. FEFPEB weist selbst darauf hin, dass dieser Index keine absoluten Preise pro m³, sondern den Trend nationaler Palettenholzindizes aus Deutschland, den Niederlanden, Italien, Schweden und dem Vereinigten Königreich zeigt.
AUF EINEN BLICK
- Der HPE-Juli-Wert für Paletten-Massivholz ist da: 110,27 Punkte (publiziert 21. Juli), plus 0,4 Prozent zum Vormonat und plus 16,5 Prozent zum Vorjahr; der Paletten-Index läuft dem Holzpackmittel-Index (plus 11,6 Prozent) weiter davon.
- Unser EUR-1-Indikator steigt entsprechend auf 12,21 € pro Stück; die Marktbänder bleiben stabil (Ganzzug rund 10 bis 13 €, Einzelabnahme 21,50 bis 28,90 €).
- Die PPWR-Frist am 12. August steht in gut einer Woche an: Wer die Mehrweg-Umstellung nicht abgeschlossen hat, konkurriert jetzt um enger werdende Pooling-Kapazitäten.
- Die Rundholz-Entlastung (120 bis 123 €/Fm) kommt weiter nicht durch, weil Gaspreis (plus 30 Prozent gegenüber Ende Juni), Trocknung und Logistik dagegen laufen.
Inhalt
Was treibt den Preis gerade?
Der HPE-Juli-Wert ist da, und er bestätigt den Sonderweg der Paletten: Der Index Massivholz für Paletten stieg um 0,4 Prozent auf 110,27 Punkte (publiziert am 21. Juli) und liegt damit 16,5 Prozent über dem Vorjahr, der größte Vorjahresabstand aller vier HPE-Sortimente. Zum Vergleich: Massivholz für Holzpackmittel steht bei plus 11,6 Prozent. Die frischen, unbehandelten Palettensortimente hängen am engen Rundholzmarkt, und die erwartete Entlastung aus der Fichten-Korrektur (Ende Juni 120 bis 123 €/Fm) ist auch im Juli nicht angekommen: Gaspreis, Trocknung und Logistik haben sie aufgezehrt (HPE/EUWID, 27. Juli).
Zugleich läuft der wichtigste Termin des Quartals ab: In gut einer Woche, am 12. August, tritt das PPWR-Mehrwegmandat für Transportverpackungen in Kraft; Palettenwicklung und Umreifung bleiben ausgenommen. Die vorgezogene Beschaffung stützt die Nachfrage nach Mehrwegpaletten, und Pooling-Kapazitäten werden in den verbleibenden Tagen enger. Nach dem Stichtag dürfte dieser Impuls abklingen; wie viel davon strukturell bleibt, zeigt sich im September.
Die Marktbänder selbst sind stabil: Neupaletten kosten in Einzelabnahme 21,50 bis 28,90 €, in Ganzzügen rund 10 bis 13 €. Die Nachfrage bleibt insgesamt gedämpft, mit anhaltender Verschiebung zu Gebrauchtpaletten: Klasse A bei 11 bis 13 €, B und C überversorgt. Unser EUR-1-Indikator folgt dem Index auf 12,21 € pro Stück.
Worauf wir achten: die Pooling-Verfügbarkeit um den 12. August, den HPE-August-Wert als Test der Rundholz-Entlastung und die Energiekosten-Weitergabe der Palettenwerke.
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Was heißt das konkret für den Einkauf in DACH?
Die PPWR-Umstellung ist jetzt eine Frage von Tagen, nicht Wochen: Schließen Sie die Bestandsaufnahme ab (was fällt unter das Mehrweggebot, was ist ausgenommen) und sichern Sie Pooling-Kapazität, bevor der Rest des Markts es am Stichtag tut.
Führen Sie die Rundholz-Energie-Doppelrechnung: Das Holzargument (120 bis 123 €/Fm) bleibt richtig, aber der Juli-Index gibt vorerst den Lieferanten recht, die mit Energie- und Logistikkosten dagegenhalten. Verlangen Sie die getrennte Ausweisung von Holz- und Energieanteil; pauschale Erhöhungen auf Basis des 16,5-Prozent-Vorjahresabstands sind nicht prüfbar.
Bündeln Sie Bedarfe weiter in Ganzzügen (rund 10 bis 13 € statt 21,50 bis 28,90 € in Einzelabnahme) und nutzen Sie die überversorgten Gebrauchtklassen: Klasse A bei 11 bis 13 € deckt viele Anwendungen.
Verankern Sie Standard-EUR-Paletten weiter am HPE-Index Massivholz für Paletten, mit Beteiligung an fallenden Werten: Kommt die Rundholz-Entlastung im August oder September doch durch, soll sie automatisch in Ihren Preisen ankommen.
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Palettenpreis Prognose: Einschätzung unseres Procurement Intelligence Teams
Basisszenario
In dieser Spanne über die nächsten vier bis sechs Wochen. (1) Die PPWR-Frist am 12. August steht unmittelbar bevor; die vorgezogene Beschaffung und engere Pooling-Kapazitäten stützen die Nachfrage kurzfristig, (2) der HPE-Juli-Wert zeigt, dass die Energie- und Logistikkosten die Rundholz-Entlastung derzeit überkompensieren, (3) Gebrauchtklassen B und C bleiben überversorgt und deckeln das Gesamtniveau. Nach der Frist dürfte der Nachfrageimpuls abklingen.
Risikoszenario
Der HPE-August-Wert steigt weiter Richtung 112, PPWR-Übergangseffekte und EPAL-Kapazitätsgrenzen verknappen Neupaletten über den Stichtag hinaus, oder der Gaspreis läuft voll in Trocknung und ISPM-15-Behandlung. Wahrscheinlichkeit 20 bis 25 Prozent über die nächsten drei Monate.
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Häufig gestellte Fragen
Weil der HPE gezielt die Einkaufspreise der in der Paletten- und Holzpackmittelindustrie verwendeten Sortimente misst. Für eine Palettenpreise-Seite ist das deutlich näher an der industriellen Beschaffungsrealität als ein allgemeiner Holz- oder Bauholzpreis.
Besonders sensibel sind Standard-Holzpaletten mit hohem Holzeinsatz, Exportpaletten, Sonderformate und CP-Paletten in regulierten Anwendungen wie der Chemielogistik. Dort wirken Holzbasis, Qualitätsanforderung und Verfügbarkeit oft gleichzeitig.
Dann, wenn der Lieferant sich auf die aktuelle Holzbasis, den relevanten Palettentyp und konkrete Zusatzanforderungen stützt. Plausibel ist ein Aufschlag eher bei Standard-Holzpaletten, Sonderformaten oder qualitätsgesicherten Anwendungen als bei pauschalen Aufschlägen ohne Struktur.
Weil der HPE-Index nur die Holzbasis abbildet. Der Verband weist selbst darauf hin, dass zusätzliche Kostenfaktoren wie Qualitätssortierung außerhalb des Index liegen. Für Ihren realen Palettenpreis zählen zusätzlich Ausführung, Standardisierung, Logistik und gegebenenfalls Poolanforderungen.


