MATERIALPREISE
Palettenpreis aktuell: Preis, Entwicklung und Prognose 2026
28.09.2026
Aktueller Palettenpreis: EUR-1 Neupalette DACH rund 12,20 € pro Stück, abgeleitet aus dem HPE-Index Massivholz für Paletten (September 2026: 110,19 Punkte, publiziert am 18. September). Trendanalyse zum ersten Monatsrückgang des Index in diesem Jahr, zum Auslaufen der Q3-Rundholzverträge, zu steigenden Energiekosten und dem Rhein-Rekordtief, zur neuen Branchenallianz in Brüssel und zum Verkauf des Pooling-Anbieters Tosca. Szenarien und Einkaufsempfehlungen für industrielle Beschaffung in DACH.
ZUR METHODIK
Für Palettenpreise verwenden wir den HPE-Holzpreisindex für Massivholz für Holzpaletten als industriellen Leitindikator. Der Index basiert auf typischen Palettenholzsortimenten wie Brettern, Kanthölzern und Palettenzuschnitten und bildet die Einkaufspreisentwicklung der in der Branche verwendeten Sortimente aus dem In- und Ausland ab. Wichtig ist: Der HPE stellt ausdrücklich klar, dass zusätzliche Kostenfaktoren wie Qualitätssortierung und weitere Endpreisbestandteile nicht im Index enthalten sind. Für den tatsächlichen Palettenpreis zählen deshalb zusätzlich Ausführung, Standardisierung, Trocknung, Reparaturfähigkeit, Logistik und Liefermodus. Ergänzend nutzen wir den FEFPEB European Pallet Timber Price Index als europäischen Trendanker. FEFPEB weist selbst darauf hin, dass dieser Index keine absoluten Preise pro m³, sondern den Trend nationaler Palettenholzindizes aus Deutschland, den Niederlanden, Italien, Schweden und dem Vereinigten Königreich zeigt.
AUF EINEN BLICK
- Der HPE-Index Massivholz für Paletten sinkt im September erstmals in diesem Jahr, um 0,1 Prozent auf 110,19 Punkte. Die Jahresrate fällt auf 13,6 Prozent. Unser EUR-1-Indikator liegt bei 12,20 € pro Stück.
- Die Q3-Rundholzverträge laufen am 30. September aus; Q4-Preise lagen am 28. September noch nicht vor.
- Energie und Logistik ziehen an: Die europäischen Gas-Spotpreise steigen weiter (EUWID, 24. September), und der Pegel Kaub steht auf dem tiefsten Stand seit 1880 (Bloomberg).
- Palettenhersteller gründen in Brüssel die Allianz Wood Pallets for Europe (EUWID, 18. September); der Pooling-Anbieter Tosca geht an Goldman Sachs Alternatives (EUWID, 14. September).
Inhalt
Was treibt den Preis gerade?
Der HPE-Index Massivholz für Paletten ist im September zum ersten Mal in diesem Jahr gesunken. Laut der Veröffentlichung vom 18. September liegt er bei 110,19 Punkten, minus 0,1 Prozent zum August. Die Jahresrate fiel von 15,5 auf 13,6 Prozent. Unser daraus abgeleiteter EUR-1-Indikator sinkt entsprechend leicht auf 12,20 € pro Stück, nach 12,21 € im Vormonat. Seit Juni bewegt sich der Index zwischen 109,88 und 110,29 Punkten: Das Palettenholz hat seinen Höhepunkt vorerst erreicht, fällt aber nicht.
Von der Rundholzseite kommt noch keine Entlastung. Die Verträge des dritten Quartals laufen am 30. September aus, die WBV Mitterfels führt weiter 128 €/Fm netto für Fichte 2b+ B/C. Preise für das vierte Quartal waren am 28. September noch nicht veröffentlicht. Die Q4-Runde ab Oktober entscheidet, ob der leichte Rückgang im Index der Beginn einer Seitwärtsbewegung ist oder nur eine Pause.
Die Kosten zwischen Holz und fertiger Palette steigen dagegen. EUWID meldete am 24. September, dass sich der Anstieg der europäischen Gas-Spotpreise in der ersten Septemberhälfte noch verstärkt hat; der TTF-Front-Month lag am 25. September bei 72,07 €/MWh. Trocknung und ISPM-15-Hitzebehandlung sind die direkten Übertragungswege. Auch die Logistik wird teurer: Der Pegel Kaub fiel im Tagesmittel auf 5,8 cm am 24. September und lag am 26. und 27. September unter null (WSV), der tiefste Stand seit 1880 (Bloomberg). Holz und Paletten, die über den Rhein kommen, laufen mit Teilbeladung oder auf Bahn und Lkw.
Die Branche organisiert sich neu. Palettenhersteller haben in Brüssel die Allianz Wood Pallets for Europe gegründet, mit Schwerpunkt auf Kreislaufwirtschaft und EU-Gesetzgebung (EUWID, 18. September). Nach dem Mehrweggebot der PPWR seit dem 12. August ist das ein Hinweis darauf, dass die Hersteller bei der weiteren Ausgestaltung mitreden wollen. Im Pooling wechselt ein großer Anbieter den Eigentümer: Von Apax beratene Fonds verkaufen Tosca an Goldman Sachs Alternatives (EUWID, 14. September). Für Kunden von Poolsystemen ändert sich kurzfristig nichts, mittelfristig lohnt der Blick auf Konditionen bei Vertragsverlängerungen.
Zum Gebrauchtsegment gibt es seit dem 3. September keine neue Marktmeldung. Zuletzt hatte EUWID am 30. Juli spürbar gestiegene Preise und eine wachsende Angebotslücke gemeldet; die Neupaletten-Nachfrage lag Anfang September saisonüblich niedrig.
Worauf wir achten: die Q4-Rundholzpreise ab Oktober, den Oktober-Index des HPE, den nächsten EUWID-Preisspiegel Anfang Oktober und den Pegel Kaub.
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Was heißt das konkret für den Einkauf in DACH?
Nutzen Sie den ersten Rückgang als Verhandlungsargument. Der HPE-Paletten-Index sinkt im September, die Jahresrate fällt deutlich. Ein Lieferant, der jetzt einen weiteren Holzaufschlag fordert, muss das gegen einen fallenden Index begründen. Verlangen Sie für jede Forderung den Bezug auf den HPE-Wert und die Zerlegung in Holz, Energie, Behandlung und Logistik.
Setzen Sie die Indexklausel jetzt, mit Beteiligung an fallenden Werten. Der Zeitpunkt ist günstig: Der Index hat sein Hoch erreicht, die Q4-Rundholzrunde steht aber noch aus. Eine Klausel mit dem HPE-Monatswert als Anker, engem Band und ausdrücklicher Weitergabe von Rückgängen ist vor den Q4-Abschlüssen leichter durchzusetzen als danach.
Trennen Sie Energie und Niedrigwasser vom Holzanteil. Beide Kostenblöcke steigen und sind begründbar, aber sie gehören getrennt ausgewiesen. Koppeln Sie einen Energiezuschlag an einen Referenzindex mit Anpassungsintervall und Verfallsdatum, einen Niedrigwasserzuschlag an den amtlichen Pegel Kaub mit automatischem Wegfall oberhalb eines festen Werts.
Rechnen Sie die Gebrauchtoption weiter vorsichtig. Seit Juli gibt es keine Meldung, dass sich die Angebotslücke bei Gebrauchtpaletten geschlossen hat. Sichern Sie benötigte Gebrauchtmengen mit Mengenzusage, und kalkulieren Sie den Abstand zu Neuware nicht mit den Werten vom Frühjahr.
Bündeln Sie Mengen, solange die Nachfrage ruhig ist. Laut Marktübersichten liegen Neupaletten im Ganzzug bei rund 10 bis 13 € pro Stück, in Einzelabnahme bei 21,50 bis 28,90 €. Bei saisonüblich niedriger Nachfrage ist jetzt der Zeitpunkt, Rahmenmengen für das vierte Quartal und das erste Halbjahr 2027 zu bündeln und Abrufe über feste Lieferfenster zu steuern, statt Einzelmengen kurzfristig zu bestellen.
Planen Sie Logistikreserven ein. Bei einem Pegel Kaub um null laufen Rheintransporte mit Teilbeladung oder weichen auf Bahn und Lkw aus. Halten Sie für kritische Standorte einen Sicherheitsbestand an Paletten vor und klären Sie mit Ihren Lieferanten, wer Mehrkosten einer Umstellung trägt.
Prüfen Sie Pooling-Verträge vor der Verlängerung. Mit dem Eigentümerwechsel bei Tosca und der fortschreitenden Konsolidierung bei Herstellern lohnt es, Konditionen, Laufzeiten und Kündigungsfristen jetzt zu prüfen und mindestens eine Alternative qualifiziert zu halten.
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Basisszenario
In dieser Spanne über die nächsten vier bis sechs Wochen. (1) Der HPE-Paletten-Index sinkt im September erstmals in diesem Jahr leicht auf 110,19 Punkte, die Jahresrate fällt auf 13,6 Prozent, (2) die Neupaletten-Nachfrage lag Anfang September saisonüblich niedrig, (3) die Rundholzbasis liegt mit 125 bis 128 €/Fm bis Ende September fest, die Q4-Runde steht aus, (4) steigende Gaspreise und das Rekordtief am Pegel Kaub halten Trocknungs- und Logistikkosten hoch.
Risikoszenario
Die Q4-Rundholzrunde ab Oktober schließt über dem Q3-Niveau ab, der Gaspreis läuft weiter voll in Trocknung und Hitzebehandlung, oder die Gebrauchtknappheit lenkt zusätzliche Nachfrage in Neuware. Wahrscheinlichkeit 25 bis 30 Prozent über die nächsten drei Monate.
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Häufig gestellte Fragen
Weil der HPE gezielt die Einkaufspreise der in der Paletten- und Holzpackmittelindustrie verwendeten Sortimente misst. Für eine Palettenpreise-Seite ist das deutlich näher an der industriellen Beschaffungsrealität als ein allgemeiner Holz- oder Bauholzpreis.
Besonders sensibel sind Standard-Holzpaletten mit hohem Holzeinsatz, Exportpaletten, Sonderformate und CP-Paletten in regulierten Anwendungen wie der Chemielogistik. Dort wirken Holzbasis, Qualitätsanforderung und Verfügbarkeit oft gleichzeitig.
Dann, wenn der Lieferant sich auf die aktuelle Holzbasis, den relevanten Palettentyp und konkrete Zusatzanforderungen stützt. Plausibel ist ein Aufschlag eher bei Standard-Holzpaletten, Sonderformaten oder qualitätsgesicherten Anwendungen als bei pauschalen Aufschlägen ohne Struktur.
Weil der HPE-Index nur die Holzbasis abbildet. Der Verband weist selbst darauf hin, dass zusätzliche Kostenfaktoren wie Qualitätssortierung außerhalb des Index liegen. Für Ihren realen Palettenpreis zählen zusätzlich Ausführung, Standardisierung, Logistik und gegebenenfalls Poolanforderungen.


