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MATERIALPREISE

Blechpreis aktuell: Preis, Entwicklung und Prognose 2026

28.09.2026

Aktueller Blechpreis auf Basis der CRC- und HDG-Notierungen Nordeuropa (CRC 850 bis 880 €/t ex-works, letzte verfügbare Notierung vom 13. September). Trendanalyse zu hohen Lagerbeständen, die den Anstieg bremsen, zum Rekordtief des Rheins, zum Quoten-Reset und zur Melt-and-Pour-Pflicht am 1. Oktober und zur beschlossenen CBAM-Ausweitung auf nachgelagerte Produkte. Szenarien und Einkaufsempfehlungen für industrielle Beschaffung in DACH.

ZUR METHODIK

Für Blechpreise verwenden wir einen Blechpreis-Indikator auf Basis von Kaltband in Nordeuropa. Kaltband ist für viele industrielle Blechteile der präzisere Leitindikator als Warmband, weil es näher an typischen verarbeiteten Blechanwendungen liegt. Ergänzend betrachten wir verzinkten Flachstahl als wichtigsten beschichteten Folgewerkstoff und Warmband als vorgelagerte Basis. Wichtig ist: Diese Seite bildet bewusst industrielle Flachblech- und Blechteil-Logik ab, nicht den Markt für Grobblech.

AUF EINEN BLICK

  • Kallanish meldet am 24. September hohe Lager in Nordwesteuropa, die einen weiteren Anstieg bei Coils bremsen; Lieferanten berichten laut Fastmarkets von Schwierigkeiten, Blechpreise ab 850 €/t frei Haus zu halten. Das ist der Moment, weitere Aufschläge abzulehnen.
  • Letzte frei zugängliche Notierung vom 13. September: Kaltband 850 bis 880 €/t ex-works, Feuerverzinktes 850 bis 870 €/t. Warmband liegt am 24. September bei 741,67 €/t, leicht unter dem 9. September.
  • Der Pegel Kaub steht auf dem tiefsten Stand seit 1880 (Bloomberg), das Tagesmittel lag am 26. September unter null (WSV). Liefersicherheit aus Rheinwerken gehört in jedes Oktobergespräch.
  • Am 1. Oktober öffnen die Q4-Quoten und die Melt-and-Pour-Pflicht greift; das Europäische Parlament hat die CBAM-Ausweitung auf nachgelagerte Produkte beschlossen. Importteile brauchen jetzt Emissionsdaten.

Was treibt den Preis gerade?

Der Anstieg bei Kaltband verliert an Tempo. Kallanish überschrieb seinen Marktbericht für Nordwesteuropa am 24. September mit hohen Lagerbeständen, die einen weiteren Preisanstieg bei Coils blockieren. Am Tag zuvor berichtete ein Lieferant gegenüber Fastmarkets von Schwierigkeiten, Blechpreise auf dem Zielniveau von 850 €/t frei Haus und darüber zu halten; einzelne Produzenten in Nordeuropa hätten die Preise gesenkt. Die letzte frei zugängliche Notierung vom 13. September lag bei 850 bis 880 €/t ex-works für Kaltband und 850 bis 870 €/t für Feuerverzinktes. Eine neuere Notierung liegt uns nicht vor, deshalb führen wir den Indikator mit Stand 13. September weiter.

Die Vorstufe gibt ebenfalls keinen Schub. Warmband Nordeuropa lag am 24. September bei 741,67 €/t und damit leicht unter dem Stand vom 9. September; die Oktober-Offerten der Werke von 750 bis 760 €/t finden bisher keine Abschlüsse darüber (Fastmarkets). Der Stahlhandel setzte im August nach BDS-Daten 18,4 Prozent weniger Flachstahl ab als im Juli, bei unveränderten Lagern von 1,92 Mio. t. Käufer haben Material, und die Händler haben keinen Grund, teuer nachzukaufen.

Auf der Kostenseite bleibt der Druck hoch, vor allem durch den Rhein. Der Pegel Kaub fiel im Tagesmittel von 25 cm am 13. September auf 5,8 cm am 24. September und lag am 26. und 27. September unter null (WSV); Bloomberg meldete den tiefsten Stand seit 1880. Teilbeladung und steigende Frachtraten treffen Coils aus den Rheinwerken ebenso wie deren Rohstoffversorgung. Dazu kommen Strompreise, die nach Aussage von Werken und Händlern in vier Monaten um mehr als 50 Prozent gestiegen sind (Kallanish, 22. September).

Am 1. Oktober beginnt die neue Quotenperiode, gleichzeitig greift die Pflicht zur Angabe des Schmelzlands mit Werkszeugnis und einer Übergangsfrist bis 30. September 2027. In der ablaufenden Periode waren die Sammelquoten für kaltgewalztes und beschichtetes Blech Mitte September bereits voll, und die Kaltband-Quote der Warengruppe 4A ist seit dem 1. Juli auf 1,5 Mio. t gekürzt. Die endgültigen Anti-Dumping-Zölle vom 7. August auf Kaltband aus Indien, Japan, Taiwan, der Türkei und Vietnam gelten weiter. Neu für Blechteile: Das Europäische Parlament hat Mitte September die Ausweitung von CBAM auf nachgelagerte Produkte beschlossen, darunter Verbindungselemente, Draht, Federn und Haushaltswaren; jetzt folgen die Verhandlungen mit den Mitgliedstaaten.

Worauf wir achten: die erste neue Kaltband-Notierung nach dem Quoten-Reset, die Frage, ob hohe Lager die Offerten unter 850 €/t drücken, und den Pegel Kaub.

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Was heißt das konkret für den Einkauf in DACH?

Jetzt ist der Zeitpunkt, weitere Aufschläge abzulehnen. Hohe Lager im Handel, ein Rückgang des Flachstahlabsatzes um 18,4 Prozent und Lieferanten, die 850 €/t frei Haus nicht mehr überall halten, geben Ihnen Argumente, die vor vier Wochen fehlten. Verhandeln Sie offene Q4-Mengen gegen das untere Ende der letzten Spanne von 850 bis 880 €/t und lehnen Sie Oktober-Erhöhungen ab, die nur mit der Warmband-Offerte begründet werden: Warmband selbst hat sich seit dem 9. September nicht nach oben bewegt.

Sichern Sie die Menge, bevor Sie über den Preis sprechen. Bei einem Pegel Kaub um null können Lieferungen aus Rheinwerken ausfallen oder sich verschieben. Fragen Sie jeden Lieferanten, aus welchem Werk Ihr Material kommt, welche Alternativroute gebucht ist und wer die Mehrkosten trägt. Niedrigwasserzuschläge sind begründet, verhandelbar ist ihre Mechanik: Staffelung nach dem amtlichen Pegel, automatischer Wegfall oberhalb eines festen Werts, Nachweis je Sendung.

Importe brauchen ab dem 1. Oktober zwei Klauseln. Erstens die Melt-and-Pour-Dokumentation mit ausdrücklicher Nennung der Ersatzdokumente, die Sie in der Übergangsfrist bis 30. September 2027 akzeptieren. Zweitens eine klare Zuordnung des Quotenrisikos, denn die Sammelquoten für kaltgewalztes und beschichtetes Blech waren in der letzten Periode vor deren Ende voll. Rechnen Sie Importofferten aus den fünf Anti-Dumping-Ländern mit dem konkreten Zollsatz durch.

Prüfen Sie Ihre Blechteile-Importe auf die kommende CBAM-Ausweitung. Das Parlament hat die Erweiterung auf nachgelagerte Produkte beschlossen, der endgültige Umfang hängt von den Verhandlungen mit den Mitgliedstaaten ab. Klären Sie jetzt die zolltarifliche Einreihung Ihrer Importteile und fordern Sie von Lieferanten außerhalb der EU Emissionsdaten an, bevor Standardwerte je Land die Kalkulation bestimmen.

Verhandeln Sie den Aufschlag, nicht den Basispreis. Konfektionierung, Zuschnitt, Losgrößen, Lieferfenster und Logistik sind beweglicher als die Coil-Basis. Verlangen Sie die getrennte Ausweisung, und verlängern Sie das aktuelle Preisniveau nicht in Jahresverträge hinein: Die Nachfragedaten sprechen dagegen.

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Blechpreis Prognose: Einschätzung unseres Procurement Intelligence Teams

Basisszenario

830 bis 885 €/t CRC, 820 bis 875 €/t HDG

In dieser Spanne über die nächsten vier bis sechs Wochen. (1) Hohe Lager in Nordwesteuropa bremsen den Anstieg, Lieferanten berichten von Schwierigkeiten, 850 €/t frei Haus zu halten, (2) die Warmband-Basis läuft seit Mitte September zwischen 737,50 und 745,00 €/t seitwärts, (3) Rhein-Rekordtief und gestiegene Strompreise halten die Kosten der Werke hoch, (4) Quoten-Reset und Melt-and-Pour-Pflicht am 1. Oktober verteuern Importe und begrenzen den Druck von außen.

Risikoszenario

885 bis 950 €/t CRC, 875 bis 940 €/t HDG

Die frischen Q4-Quoten für Kaltband und beschichtetes Blech laufen in den ersten Wochen voll, das Niedrigwasser hält bis in den November an und unterbricht Lieferungen aus Rheinwerken, und die Werke setzen ihre Warmband-Forderungen von 750 bis 760 €/t durch. Wahrscheinlichkeit 20 bis 25 Prozent über die nächsten drei Monate.

Häufig gestellte Fragen

Warum ist diese Seite nicht gleichbedeutend mit Grobblech?
+

Weil der Preisanker bewusst auf industriellem Flachblech liegt, also auf Kaltband, HDG und Warmbandbezug. Grobblech folgt einem anderen Markt- und Nachfragemuster und sollte mittelfristig eher separat betrachtet werden, wenn dieses Segment für Ihre Beschaffung wichtig ist.

Welche Warengruppen sind aktuell besonders sensibel?
+

Besonders sensibel sind Blechteile, Gehäuse, Schaltschränke, Kabeltrassen, Verkleidungen, Halterungen und Lüftungskomponenten. Dort treffen Blechbasis, Folgeproduktaufschläge und Verfügbarkeit aktuell besonders sichtbar aufeinander.

Wann ist ein Blechaufschlag aktuell plausibel?
+

Dann, wenn der Lieferant offenlegt, wie viel auf Kaltband- oder Verzinkungsaufschlag, wie viel auf Energie, Bearbeitung und Logistik zurückgeht. Plausibel sind aktuell höhere Aufschläge vor allem bei CRC- und HDG-nahen Anwendungen. Weniger plausibel sind pauschale Stahlaufschläge ohne Material- und Produkttrennung.

Warum ist Kaltband für Blechpreise oft der bessere Referenzpunkt als Warmband?
+

Weil viele industrielle Blechteile näher an kaltgewalztem oder verzinktem Flachstahl liegen als an der Warmbandbasis. Warmband bleibt wichtig als vorgelagerter Marktanker, aber für Ihre reale Beschaffung erklären CRC- und HDG-Aufschläge den Preis oft besser.

Blech
865
€/t
1M
+4,5 %
3M
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