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MATERIALPREISE

Holzpreis aktuell: Preis, Entwicklung und Prognose 2026

03.08.2026

Aktueller Holzpreis auf Basis des HPE-Index Massivholz für Holzpackmittel (Juli-Wert 107,49 Punkte, publiziert am 21. Juli: plus 0,4 Prozent statt des erwarteten Rückgangs). Trendanalyse zur Schere zwischen fallender Rundholzbasis (120 bis 123 €/Fm) und gasgetriebenen Trocknungs- und Logistikkosten, zum Sperrholz-Ausbruch von plus 2,9 Prozent und zur finalen US-Zollentscheidung im August. Szenarien und Einkaufsempfehlungen für industrielle Beschaffung in DACH.

ZUR METHODIK

Für Holzpreise verwenden wir den HPE-Holzpreisindex als industriellen Marktanker. Für diese Seite ist Massivholz für Holzpackmittel der Leitindikator; ergänzend betrachten wir Sperrholz und OSB für Verpackungen. Der Index wird monatlich vom HPE in Zusammenarbeit mit der Universität Bonn erhoben und enthält in- und ausländisches Holz. Reale Beschaffungskosten enthalten zusätzlich Sortierung, Konstruktion, Trocknungsenergie, ISPM-15-Behandlung und Logistik.

AUF EINEN BLICK

  • Der HPE-Juli-Wert ist da und er fällt anders aus als erwartet: Massivholz für Holzpackmittel steigt um 0,4 Prozent auf 107,49 Punkte (publiziert 21. Juli), statt zu stagnieren oder zu fallen.
  • Der Grund ist die Kostenseite: Die Rundholz-Entlastung (Ende Juni 120 bis 123 €/Fm) kam an der Packmittelstufe nicht an, weil Gaspreis (plus 30 Prozent gegenüber Ende Juni), Trocknung und Logistik dagegen laufen.
  • Sperrholz für Verpackungen bricht mit plus 2,9 Prozent nach oben aus (Jahresrate wieder positiv bei 4,3 Prozent); OSB legt 0,8 Prozent zu; Paletten-Massivholz steht bei 110,27 Punkten (plus 16,5 Prozent zum Vorjahr).
  • Die finale US-Entscheidung zu kanadischen Nadelholz-Zöllen im August bleibt der wichtigste externe Termin.

Was treibt den Preis gerade?

Der Juli-Wert ist da, und er korrigiert unsere Erwartung: Der HPE-Index Massivholz für Holzpackmittel stieg um 0,4 Prozent auf 107,49 Punkte (publiziert am 21. Juli), statt wie von uns für möglich gehalten erstmals seit Dezember zu stagnieren oder zu fallen. Auch die übrigen Sortimente legten zu, der Vorjahresabstand wuchs wieder auf 11,6 Prozent (HPE/Universität Bonn; EUWID, 27. Juli).

Die Erklärung liegt in der Schere zwischen Holzbasis und Kostenaufbau. Das vorgelagerte Fichten-Rundholz hat seine Korrektur fortgesetzt (Ende Juni 120 bis 123 €/Fm nach über 130 im März), und diese Entlastung müsste mit 4 bis 8 Wochen Verzögerung in den Packmittelsortimenten ankommen. Sie kommt aber gegen eine Kostenwelle an: Der Gaspreis liegt 30 Prozent über Ende Juni und verteuert Trocknung und ISPM-15-Behandlung, dazu steigen Transport- und Logistikkosten. Der Kostenkanal aus unserem Risikoszenario hat die Holzentlastung im Juli vollständig aufgezehrt.

Auffälligster Einzelwert ist Sperrholz für Verpackungen: plus 2,9 Prozent im Monat auf 105,96 Punkte, der stärkste Anstieg aller vier Sortimente, und die Jahresrate ist mit 4,3 Prozent erstmals seit langem wieder klar positiv. Das bisher ruhigste Sortiment ist damit in Bewegung; Importabhängigkeit und Fracht wirken hier am direktesten. OSB legte 0,8 Prozent auf 105,67 zu, Massivholz für Paletten 0,4 Prozent auf 110,27 (plus 16,5 Prozent zum Vorjahr).

Am strukturellen Bild ändert sich nichts: Das Nadelholzdefizit in DACH und Mittelosteuropa hält den Boden, und die finale US-Entscheidung zu den Zöllen auf kanadisches Nadelholz im August bestimmt, ob kanadische Mengen im US-Markt gebunden bleiben oder wieder stärker Richtung Atlantik fließen.

Worauf wir achten: den August-Wert als Test, ob die Rundholz-Entlastung doch noch durchkommt, die Energie-Weitergabe der Sägewerke und Packmittelhersteller und die US-Zollentscheidung.

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Was heißt das konkret für den Einkauf in DACH?

Die Verhandlungslage hat sich mit dem Juli-Wert verschoben: Das Argument der fallenden Holzbasis bleibt richtig (Rundholz 120 bis 123 €/Fm statt über 130), aber Lieferanten halten mit dem Energie- und Logistikargument dagegen, und der Index gibt ihnen vorerst recht. Umso wichtiger wird die getrennte Ausweisung von Holz- und Energieanteil: Nur so bleibt die Holzentlastung verhandelbar, ohne den Energieanstieg pauschal zu schlucken.

Prüfen Sie Sperrholz-Positionen gesondert: Plus 2,9 Prozent in einem Monat ist ein Ausbruch, kein Rauschen. Wer Sperrholz für Exportverpackungen braucht, sollte Bedarfe vorziehen, bevor sich der Anstieg verfestigt.

Für 12-Monats-Anker bleibt die Indexklausel auf das HPE-Monatsmittel die Basis; nach dem Juli-Wert gilt: Cap-and-Floor eng setzen und die Beteiligung an fallenden Werten vertraglich sichern, denn die Rundholz-Entlastung kann in den kommenden Monaten noch durchkommen.

Beobachten Sie die finale US-Zollentscheidung im August: Sie entscheidet über den Atlantik-Zufluss und damit über das Angebotsbild im vierten Quartal.

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Holzpreis Prognose: Einschätzung unseres Procurement Intelligence Teams

Basisszenario

106,5 bis 109,5 Punkte HPE Massivholz für Holzpackmittel

Seitwärts bis leicht aufwärts über die nächsten vier bis sechs Wochen. (1) Die Rundholz-Korrektur (Ende Juni 120 bis 123 €/Fm) wirkt weiter mit 4 bis 8 Wochen Verzögerung dämpfend, (2) die um 30 Prozent gegenüber Ende Juni gestiegenen Gaskosten verteuern Trocknung und ISPM-15 und haben die Entlastung im Juli-Wert bereits überkompensiert, (3) das strukturelle Nadelholzdefizit hält den Boden. Der August-Wert entscheidet, welche der beiden Kräfte die Oberhand behält.

Risikoszenario

109,5 bis 114 Punkte HPE Massivholz für Holzpackmittel

Der Gaspreissprung läuft voll in die Trocknungs- und Behandlungskosten, die finale US-Zollentscheidung im August hält kanadische Mengen im US-Markt, und festere skandinavisch-baltische Frachten kommen hinzu; der Sperrholz-Anstieg von 2,9 Prozent im Juli zeigt, wie schnell einzelne Sortimente ausbrechen können. Wahrscheinlichkeit 25 bis 30 Prozent über die nächsten drei Monate.

Häufig gestellte Fragen

Warum ist der HPE-Index für diese Seite der bessere Preisanker als allgemeine Bauholzpreise?
+

Weil der HPE die Einkaufspreise der Holzpackmittel-, Paletten- und Exportverpackungsindustrie misst und damit näher an der industriellen Beschaffungsrealität liegt als allgemeine Bauholz- oder Verbraucherpreislogiken. Für Ihre Seite „Holzpreise“ ist das in DACH der deutlich brauchbarere Anker.

Wann ist ein Holzaufschlag aktuell plausibel?
+

Dann, wenn der Lieferant sich auf die tatsächlich relevante Holzgruppe stützt und offenlegt, wie sich Material, Sortierung, Konstruktion und Logistik zusammensetzen. Weniger plausibel sind pauschale Holzaufschläge über alle Verpackungs- oder Holzprodukte hinweg.

Welche Holzwerkstoffe stehen aktuell am stärksten unter Druck?
+

Im aktuellen HPE-Bild vom Juli vor allem Sperrholz für Verpackungen, das mit plus 2,9 Prozent im Monat den stärksten Anstieg aller Sortimente zeigt und dessen Jahresrate mit 4,3 Prozent wieder klar positiv ist. Massivholz für Holzpackmittel (plus 0,4 Prozent) und OSB (plus 0,8 Prozent) steigen moderat, tragen aber weiter zweistellige Vorjahresabstände. Genau diese Differenzierung sollte auch in Ihre Verhandlung einfließen.

Warum reicht „Holzpreis“ als Referenz oft nicht aus?
+

Weil sich die relevanten Holzwerkstoffe aktuell nicht gleich bewegen. Der HPE-Index zeigt im Juli 2026 ein weiter leicht steigendes Massivholz für Holzpackmittel (107,49 Punkte, plus 0,4 Prozent gegenüber Juni) bei deutlichem Vorjahresabstand von 11,6 Prozent, während sich das vorgelagerte Fichten-Rundholz bereits korrigiert und Sperrholz mit plus 2,9 Prozent nach oben ausbricht. Für Ihre Beschaffung ist deshalb der konkrete Werkstoff wichtiger als das pauschale Wort "Holz".

Holz
107,49
Indexpunkte (Basis 100 = Jan 2026)
1M
+0,4 %
3M
+1,4 %
12M
+11,6 %
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