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MATERIALPREISE

Holzpreis aktuell: Preis, Entwicklung und Prognose 2026

28.09.2026

Aktueller Holzpreis auf Basis des HPE-Index Massivholz für Holzpackmittel (September-Wert 107,61 Punkte, publiziert am 18. September). Trendanalyse zur nachlassenden Jahresrate, zum Auslaufen der Q3-Rundholzverträge am 30. September, zum steigenden Gaspreis in Trocknung und ISPM-15-Behandlung, zum Rekordtief des Rheins und zur Stellungnahme des Bundesrats zur EUDR. Szenarien und Einkaufsempfehlungen für industrielle Beschaffung in DACH.

ZUR METHODIK

Für Holzpreise verwenden wir den HPE-Holzpreisindex als industriellen Marktanker. Für diese Seite ist Massivholz für Holzpackmittel der Leitindikator; ergänzend betrachten wir Sperrholz und OSB für Verpackungen. Der Index wird monatlich vom HPE in Zusammenarbeit mit der Universität Bonn erhoben und enthält in- und ausländisches Holz. Reale Beschaffungskosten enthalten zusätzlich Sortierung, Konstruktion, Trocknungsenergie, ISPM-15-Behandlung und Logistik.

AUF EINEN BLICK

  • Der HPE-Index Massivholz für Holzpackmittel steht im September bei 107,61 Punkten, plus 0,1 Prozent zum Vormonat. Die Jahresrate fällt auf 10,6 Prozent, nach 11,4 Prozent im August.
  • Sperrholz steigt nur noch um 0,3 Prozent auf 109,19 Punkte, OSB gibt zum zweiten Mal leicht nach. Eile ist bei keinem Werkstoff mehr begründet.
  • Die Q3-Rundholzverträge laufen am 30. September aus; Q4-Preise lagen am 28. September noch nicht vor. Gaspreis und Rhein-Rekordtief treiben Trocknungs- und Logistikkosten.
  • Der Bundesrat fordert am 25. September, die EUDR-Erleichterungen im deutschen Gesetz zu verankern (AGDW). Die Geltungstermine 30. Dezember 2026 und 30. Juni 2027 bleiben.

Was treibt den Preis gerade?

Der HPE hat am 18. September den September-Index veröffentlicht, und er bestätigt das Plateau. Massivholz für Holzpackmittel steht bei 107,61 Punkten, ein Plus von 0,1 Prozent zum August und von 10,6 Prozent zum Vorjahr. Seit Mai bewegt sich der Index in einem schmalen Band zwischen 107,02 und 107,61 Punkten. Wichtiger als der Monatswert ist die Richtung der Jahresrate: Sie fiel von 11,6 Prozent im Juli über 11,4 Prozent im August auf 10,6 Prozent im September. Der Preisauftrieb aus dem ersten Halbjahr läuft damit aus, ohne dass der Index nachgibt.

Bei den Holzwerkstoffen bremst der Anstieg ebenfalls. Sperrholz für Verpackungen legte im September nur noch 0,3 Prozent auf 109,19 Punkte zu, nach 2,9 Prozent im Juli und 2,8 Prozent im August; über drei Monate bleibt es mit plus 6,0 Prozent das Sortiment mit der stärksten Bewegung. OSB für Verpackungen gab zum zweiten Mal in Folge leicht nach, auf 105,47 Punkte, und die Jahresrate halbierte sich von 11,4 auf 6,7 Prozent.

Die Rundholzbasis gibt weiter keine Entlastung her, und sie steht vor der nächsten Runde. Die Verträge des dritten Quartals laufen am 30. September aus. Die WBV Mitterfels führt für Fichte 2b+ B/C weiter 128 €/Fm netto, effektiv 135,04 €/Fm, Käferholz 108 €/Fm; Preise für das vierte Quartal waren am 28. September noch nicht veröffentlicht. Die Q4-Verhandlungen ab Oktober entscheiden, ob das Plateau hält.

Auf der Kostenseite steigt der Druck. Laut EUWID hat sich der Anstieg der europäischen Gas-Spotpreise, der Ende Juni begann, in der ersten Septemberhälfte noch verstärkt (24. September); der TTF-Front-Month lag am 25. September bei 72,07 €/MWh. Trocknung und ISPM-15-Hitzebehandlung hängen direkt daran. Dazu kommt die Logistik: Der Pegel Kaub fiel im Tagesmittel von 25 cm am 13. September auf 5,8 cm am 24. September und lag am 26. und 27. September unter null (WSV), der tiefste Stand seit 1880 (Bloomberg). Schnittholz- und Plattenmengen per Binnenschiff werden teurer und knapper.

Die Nachfrage aus dem Bau verliert an Tempo. Im Juli wurden 22.500 Wohnungen genehmigt, nur noch 1,9 Prozent mehr als im Vorjahr, nach plus 13,8 Prozent im Juni; von Januar bis Juli liegt das Plus bei 12,9 Prozent (Destatis, 18. September). Zur EUDR hat der Bundesrat am 25. September Stellung genommen: Er fordert, die auf EU-Ebene vereinbarten Erleichterungen im Gesetz selbst zu verankern, darunter eine vereinfachte Erklärung über forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse, und verlangt Korrekturen bei den Bußgeldregeln (AGDW). Nun entscheidet der Bundestag. Die Geltungstermine bleiben: 30. Dezember 2026 für große und mittlere, 30. Juni 2027 für Kleinst- und Kleinunternehmen.

Worauf wir achten: die Q4-Rundholzpreise ab Oktober, den Oktober-Index des HPE, den Gaspreis als Trocknungskostentreiber und den Pegel Kaub.

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Was heißt das konkret für den Einkauf in DACH?

Nutzen Sie das Plateau für Indexklauseln, bevor die Q4-Runde steht. Der Index bewegt sich seit Mai kaum, und die Jahresrate fällt. Das ist die beste Ausgangslage, um eine Gleitklausel mit dem HPE-Monatswert als Anker, engem Band und ausdrücklicher Beteiligung an fallenden Werten zu vereinbaren. Wer bis nach den Q4-Rundholzabschlüssen wartet, verhandelt gegen neue Zahlen.

Widersprechen Sie pauschalen Holzaufschlägen mit dem Werkstoff-Bild. Sperrholz steigt nur noch um 0,3 Prozent im Monat, OSB gibt nach, Massivholz steht nahezu still. Ein Lieferant, der jetzt einen allgemeinen Holzaufschlag fordert, muss zeigen, welcher Werkstoff sich bewegt hat. Bei OSB-lastigen Verpackungen ist eher eine Rückführung früherer Aufschläge zu verhandeln als ein neuer.

Trennen Sie Energie und Logistik vom Holzanteil. Der Gaspreis steigt, und der Pegel Kaub liegt auf dem tiefsten Stand seit Beginn der Aufzeichnungen. Beides sind begründbare Kostenpositionen, aber sie gehören getrennt ausgewiesen: Energiezuschlag mit Referenzindex, Anpassungsintervall und Verfallsdatum, Niedrigwasserzuschlag gekoppelt an den amtlichen Pegel und mit automatischem Wegfall oberhalb eines festen Werts.

Sichern Sie Mengen, die per Binnenschiff kommen. Bei einem Pegel um null ist nicht der Zuschlag das größte Risiko, sondern die Lieferung. Fragen Sie Lieferanten von Schnittholz und Platten, welcher Anteil über den Rhein läuft und welche Bahn- oder Lkw-Kapazität gebucht ist.

Bringen Sie die EUDR jetzt in die Lieferantengespräche. Bis zum 30. Dezember 2026 brauchen große und mittlere Marktteilnehmer Sorgfaltserklärungen mit Geolokalisierungsdaten. Klären Sie, welche Lieferanten in welche Kategorie fallen, wer die Erklärung abgibt und wie die Daten zu Ihnen kommen. Die Stellungnahme des Bundesrats ändert die Termine nicht.

Legen Sie Preisgespräche hinter die Q4-Runde. Die Rundholzverträge laufen am 30. September aus, die neuen Preise folgen ab Oktober. Wenn Ihr Verpackungslieferant einen Aufschlag mit der Rundholzrunde begründet, verlangen Sie den Beleg anhand der veröffentlichten Preislisten der Waldbesitzervereinigungen und rechnen Sie nach, welchen Anteil das Rundholz an Ihrem Verpackungspreis tatsächlich hat.

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Holzpreis Prognose: Einschätzung unseres Procurement Intelligence Teams

Basisszenario

107 bis 110 Punkte HPE Massivholz für Holzpackmittel

In dieser Spanne über die nächsten vier bis sechs Wochen. (1) Der Index bewegt sich seit Mai zwischen 107,02 und 107,61 Punkten, (2) die Jahresrate lässt von 11,6 auf 10,6 Prozent nach, (3) die Rundholzbasis liegt mit 125 bis 128 €/Fm bis Ende September fest und gibt keine Entlastung her, (4) steigende Gaspreise und das Rekordtief am Pegel Kaub halten Trocknungs- und Logistikkosten hoch.

Risikoszenario

110 bis 114 Punkte HPE Massivholz für Holzpackmittel

Die Q4-Rundholzverträge ab Oktober schließen über dem Q3-Niveau ab, der Gaspreis läuft weiter voll in Trocknung und Hitzebehandlung, oder die EUDR-Umstellung zum 30. Dezember verknappt kurzfristig belegte Mengen. Wahrscheinlichkeit 25 bis 30 Prozent über die nächsten drei Monate.

Häufig gestellte Fragen

Warum ist der HPE-Index für diese Seite der bessere Preisanker als allgemeine Bauholzpreise?
+

Weil der HPE die Einkaufspreise der Holzpackmittel-, Paletten- und Exportverpackungsindustrie misst und damit näher an der industriellen Beschaffungsrealität liegt als allgemeine Bauholz- oder Verbraucherpreislogiken. Für Ihre Seite „Holzpreise“ ist das in DACH der deutlich brauchbarere Anker.

Wann ist ein Holzaufschlag aktuell plausibel?
+

Dann, wenn der Lieferant sich auf die tatsächlich relevante Holzgruppe stützt und offenlegt, wie sich Material, Sortierung, Konstruktion und Logistik zusammensetzen. Weniger plausibel sind pauschale Holzaufschläge über alle Verpackungs- oder Holzprodukte hinweg.

Welche Holzwerkstoffe stehen aktuell am stärksten unter Druck?
+

Im HPE-Bild vom September bleibt Sperrholz für Verpackungen das Sortiment mit der stärksten Bewegung: plus 6,0 Prozent über drei Monate auf 109,19 Punkte, im September aber nur noch plus 0,3 Prozent nach 2,9 und 2,8 Prozent in den beiden Vormonaten. Massivholz für Holzpackmittel steht mit 107,61 Punkten nahezu still, und OSB gibt zum zweiten Mal in Folge leicht nach, auf 105,47 Punkte, bei einer auf 6,7 Prozent halbierten Jahresrate. Genau diese Differenzierung sollte in Ihre Verhandlung einfließen: Eile ist derzeit bei keinem Werkstoff mehr begründet.

Warum reicht „Holzpreis“ als Referenz oft nicht aus?
+

Weil sich die relevanten Holzwerkstoffe nicht gleich bewegen. Der HPE-Index steht im September 2026 bei 107,61 Punkten für Massivholz für Holzpackmittel, plus 0,1 Prozent zum Vormonat und plus 10,6 Prozent zum Vorjahr. Sperrholz für Verpackungen notiert bei 109,19 Punkten, OSB bei 105,47 Punkten. Das vorgelagerte Fichten-Rundholz gibt dagegen nicht nach: Die Verträge des dritten Quartals laufen mit 125 €/Fm netto bei der WBV Landshut und 128 €/Fm netto bei der WBV Mitterfels bis zum 30. September, Q4-Preise stehen noch aus. Für Ihre Beschaffung ist deshalb der konkrete Werkstoff wichtiger als das pauschale Wort Holz.

Holz
107,61
Indexpunkte (Basis 100 = Jan 2026)
1M
+0,1 %
3M
+0,5 %
12M
+10,6 %
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