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Webinaraufnahme: Zielpreise für Zeichnungsteile - Mit KI zu klaren Zahlen in der Verhandlung
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Rohstoffe haben einen Index, Normteile einen Katalog, und Zeichnungsteile waren bisher eine Blackbox. Für jedes gefertigte Teil steckt die Preislogik in Geometrie, Werkstoff, Toleranzen und Fertigungsverfahren, doch ein belastbarer Zielpreis fehlt fast immer. Damit gehen Einkäufer ohne Faktenbasis in die Verhandlung. Das Webinar zeigt, wie sich für jedes Zeichnungsteil ein nachvollziehbarer Zielpreis berechnen lässt und was das konkret in der Verhandlung bringt.
Florian Greulich (Einkaufsleiter bei VEMAG Maschinenbau) und Jan Scholich (Produktentwicklung bei Tacto) zeigen im Webinar, wie Zeichnungsteile mit KI vom unkalkulierbaren Sonderfall zu einem Teil mit klarem Zielpreis werden. VEMAG entwickelt und produziert Füll-, Portionier-, Form- und Beladesysteme „Made in Germany" und bringt die Perspektive eines Einkaufs mit hoher Teilevielfalt und kleinen Losgrößen ein.
Die Grenzen herkömmlicher Ansätze
Bislang gab es im Wesentlichen zwei Wege. Der erste ist die händische Kalkulation über Konstruktion oder Cost Engineering: fachlich sauber, aber aufwendig und nur für einzelne Teile leistbar, nicht für ein ganzes Portfolio mit tausenden Positionen. Der zweite Weg sind starre Kostenmodelle und Bottom-up-Kalkulationen klassischer Tools, die eine Maske füllen, aber den Einkaufskontext nicht mitdenken. In der Praxis bleibt daher für die meisten Teile nur das Bauchgefühl, ohne belastbaren Anker für die Verhandlung.
Wie Tacto Intelligence Zielpreise berechnet
Tacto Intelligence berechnet den Zielpreis in drei Schritten. Zuerst wird die Zeichnung ausgelesen, inklusive Merkmalen wie Werkstoff, Toleranzen, Oberfläche und Fertigungsverfahren. Anschließend werden diese Informationen mit dem gesamten Einkaufskontext verbunden, also Volumen, Losgröße, Herkunftsland, Lieferanten, Maschinenpark, ähnliche Teile und aktuellen Marktentwicklungen. Daraus entsteht im dritten Schritt für jedes einzelne Teil ein Zielpreis. Entscheidend ist, dass die Annahmen offengelegt und vom Einkäufer verfeinert werden können. So entsteht kein Blackbox-Ergebnis, sondern ein nachvollziehbarer Preis, der als Anker in die Verhandlung geht.
Über den Zielpreis hinaus
Sobald für das ganze Portfolio Zielpreise vorliegen, verschiebt sich die Arbeit vom Rechnen zum Steuern. Die KI priorisiert, welche Teile am deutlichsten überbezahlt sind, erkennt Konsolidierungspotenzial und deckt Gleichteile auf, die zu unterschiedlichen Preisen eingekauft werden. Im Webinar wurden dafür zwei anonymisierte Beispiele gezeigt: ein Teil, das als gespiegelte Variante nicht als dasselbe Teil erkannt und dadurch rund fünfzig Prozent teurer beschafft wurde, sowie zwei technisch fast identische Teile, bei denen ein anderer Werkstoff mehr als den doppelten Preis verursachte. In beiden Fällen macht der Zielpreis den Unterschied sichtbar und liefert das Argument für die Nachverhandlung oder eine neue Anfrage.
Fazit
Das Praxisbeispiel von VEMAG verdeutlicht, dass sich auch ein vielfältiges Zeichnungsteil-Portfolio faktenbasiert steuern lässt, sobald für jedes Teil ein Zielpreis vorliegt. Über KI-gestützte Anfragen und Nachverhandlungen wurden so sechsstellige Einsparungen realisiert, ausgezeichnet unter anderem mit dem BME Procurement Excellence Award. Es kommt darauf an, den Zielpreis nicht als Endergebnis zu sehen, sondern als Startpunkt für eine Verhandlung auf Augenhöhe.
Florian Greulich (Einkaufsleiter bei VEMAG) und Jan Scholich (Produktentwicklung bei Tacto) zeigen in der Webinaraufnahme, wie aus technischen Zeichnungen belastbare Zielpreise werden. Sie erklären, warum Zeichnungsteile bisher schwer kalkulierbar waren, wo herkömmliche Ansätze an ihre Grenzen stoßen und wie Tacto Intelligence in drei Schritten für jedes Teil einen nachvollziehbaren Zielpreis berechnet. Anhand konkreter Beispiele wird sichtbar, wie sich daraus im VEMAG-Einkauf sechsstellige Einsparungen ergeben haben.


