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Webinaraufnahme: PPWR Umsetzung nach dem Stichtag - Zwischenstand, Nachholbedarf und die Fristen 2027

Seit dem Stichtag im August 2026 gilt die europäische Verpackungsverordnung PPWR. Für den Einkauf ist aus einem Projektthema damit ein Nachweisthema geworden: Verpackungsangaben werden je Artikel und je Lieferant gebraucht. Sechs Wochen später zeigt sich in der Praxis, dass die wenigsten Unternehmen damit durch sind.
Moritz Flick (Kundenentwicklung bei Tacto) ordnet im Webinar ein, wo Industrieunternehmen aktuell stehen, welche Stolpersteine in Kundengesprächen und Round Tables immer wieder auftauchen und welche Vorgehensweisen sich bewährt haben.
Der Zwischenstand sechs Wochen nach dem Stichtag
Eine Umfrage unter den Teilnehmenden zeichnet ein gemischtes Bild. Die meisten Unternehmen müssen Verpackungsangaben bei 25 bis 100 Lieferanten einholen, einzelne bei mehr als 500. Beim Umsetzungsstand gibt nur ein kleiner Teil an, vollständig fertig zu sein. Die Mehrheit steckt mitten in der Umsetzung, bei einem größeren Teil steht noch etwas aus.
Als größte Hürden nennen die Teilnehmenden die Konformitätserklärung, die unterschiedlichen Anforderungen je Land und die Datenlage. Moritz Flick ordnet ein, dass diese drei Punkte zusammenhängen: Erst wenn die Angaben der Lieferanten vollständig vorliegen, lässt sich die eigene Dokumentation sauber aufbauen.
Wo die Umsetzung in der Praxis hängen bleibt
Moritz Flick weist darauf hin, dass der Nachweis je Artikel geführt wird und nicht pauschal für das gesamte Portfolio. Bei 200 Lieferanten mit mehreren Artikeln entstehen daraus schnell vierstellige Zahlen an Einzelnachweisen, die heute oft per Hand verfolgt werden. Dazu kommen uneinheitliche Rückläufe: Ein Lieferant lädt ein Dokument hoch, der nächste schickt einen Export mit mehreren Dateien, ein dritter meldet sich gar nicht, häufig weil er die Angaben selbst noch nicht hat.
Ein zweiter Punkt betrifft die Ablage. Dokumente liegen verteilt in SharePoint, Excel und Lieferantenportalen und sind damit zwar vorhanden, aber nicht auf Knopfdruck abrufbar. Hinzu kommt die Zuständigkeit: Verpackungsdaten betreffen Einkauf, Qualitätssicherung, Logistik, Nachhaltigkeit und Vertrieb gleichzeitig. Ohne gemeinsame Datenbasis arbeitet jede Abteilung mit ihrem eigenen Stand.
Was sich in der Praxis bewährt hat
Der erste Schritt ist intern: klären, welche Verpackungen überhaupt betroffen sind und wo das Unternehmen in der Lieferkette steht, bevor die erste Anfrage nach außen geht. Zweitens lassen sich Abfragen bündeln, wer ohnehin eine Compliance-Runde für andere Regelwerke versendet, hängt die Verpackungsfragen an, statt eine eigene Welle zu starten. Drittens zahlt sich ein kurzer Fragebogen aus: Je weniger Felder, desto schneller und sauberer der Rücklauf. Viertens wird das Thema ab einer gewissen Zahl an Lieferanten und Artikeln zur Managementaufgabe, ein System, in dem Anfragen, Antworten und Dokumente an einer Stelle zusammenlaufen, ist dann belastbarer als eine gewachsene Excel-Landschaft. Und fünftens empfiehlt Moritz Flick, das eigene Vorgehen mit Datum und Verantwortlichen zu dokumentieren, damit nachvollziehbar bleibt, was wann angefragt und beantwortet wurde. Wie das in einem System aussieht, zeigt er im zweiten Teil des Webinars an Tacto: Lieferanten und Artikel werden über die Warengruppen ausgewählt, die Lieferanten tragen ihre Angaben über einen individuellen Link ohne Portal ein, hochgeladene Dokumente liest die KI aus, und die Nachweise liegen danach auf Artikelebene, inklusive Hinweis auf ablaufende Gültigkeiten.
Fazit
Die PPWR ist nicht der einzige Nachweis, den Einkaufsabteilungen einsammeln. Die Zahl der Regelwerke hat sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten von einer Handvoll auf mehr als ein Dutzend erhöht, und in den kommenden Jahren folgen weitere Stufen, unter anderem zu Kennzeichnung und Rezyklatanteilen. Derselbe Ablauf greift deshalb auch für REACH, RoHS oder die Langzeitlieferantenerklärung. Das Webinar zeigt, dass es bei der PPWR weniger an gutem Willen scheitert als an Struktur. Wer den Geltungsbereich früh klärt, Abfragen bündelt und die Nachweise an einer Stelle führt, kommt schneller zu einem belastbaren Stand als mit Einzelanfragen per Mail. Die Inhalte geben die Erfahrungen aus Kundenprojekten und Round Tables wieder und ersetzen keine rechtliche Beratung.
Moritz Flick (Kundenentwicklung bei Tacto) zieht sechs Wochen nach dem Stichtag Zwischenbilanz zur PPWR: Wo Industrieunternehmen in der Umsetzung stehen, woran die Nachweisführung in der Praxis hängt und welche Vorgehensweisen sich bewährt haben. Dazu ein Ausblick auf die kommenden Stufen und eine Live-Demo, wie Verpackungsabfragen und andere Compliance-Nachweise in Tacto gebündelt, automatisch ausgelesen und auf Artikelebene abgelegt werden.


