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Webinaraufnahme: Golfkrise & die Hormuz-Blockade. Auswirkungen auf die Wirtschaft und Gegenstrategien

Die faktische Schließung der Straße von Hormuz im März 2026 hat den globalen Energie- und Rohstoffmarkt erschüttert. Brent-Rohöl stieg innerhalb eines Monats um 60 %, LNG-Exporte aus Qatar brachen ein, und europäische Unternehmen stehen vor sprunghaft steigenden Energie-, Fracht- und Materialkosten. Für den industriellen Einkauf stellt sich die Frage: Wie lassen sich die Auswirkungen dieser Krise operativ abfedern?

Erik Esly (Managing Partner bei Erik Esly Advisory & Consulting) und Brian Neumann (Strategischer Einkäufer bei Hymer-Leichtmetallbau) diskutieren im Gespräch mit Florin Wendehost (Marketing & Growth Manager bei Tacto), welche Konsequenzen die Hormuz-Blockade für den europäischen Markt hat, welche Resilienz-Strategien Einkaufsabteilungen jetzt umsetzen sollten und wie Hymer mit KI-gestützten Ansätzen Preiserhöhungsforderungen datenbasiert abwehrt.

Lagebild Nahost. Geopolitische Einordnung der Hormuz-Krise

Erik Esly ordnet die Eskalation im Persischen Golf ein: Seit der faktischen Schließung der Straße von Hormuz Anfang März 2026 ist der Schiffsverkehr um rund 90 % eingebrochen. Durch die Meerenge fließen rund 20 % des weltweiten Ölverbrauchs und 22 % der globalen LNG-Exporte. Gleichzeitig droht mit der Houthi-Aktivität im Roten Meer ein zweiter Engpass an der Meerenge Bab el-Mandeb. Die großen Reedereien haben sämtliche Hormuz-Transits ausgesetzt, geschätzt 200 Tanker sitzen im Persischen Golf fest.

Esly betont, dass die Krise auf eine ohnehin angespannte Lage trifft: Der parallel eskalierende US-Handelskonflikt, chinesische Exportkontrollen auf kritische Mineralien und eine europäische Industrie mit nur 0,3 % prognostiziertem Wachstum (BDI) bilden eine Doppelkrise, die den Einkauf von mehreren Seiten unter Druck setzt.

Flaschenhals Hormuz. Konsequenzen für den europäischen Markt

Die konkreten Auswirkungen auf die Beschaffungsmärkte sind massiv: Der Brent-Ölpreis erreichte einen Höchstwert von 119,50 USD, Containerkosten stiegen wöchentlich um 8 %, und Hapag-Lloyd erhebt einen War Risk Surcharge von 1.500 USD pro TEU. Die Iran-Angriffe auf Katars Ras Laffan haben 17 % der LNG-Kapazität für voraussichtlich drei bis fünf Jahre reduziert. EU-Gasspeicher stehen bei 30 %, der TTF-Gaspreis ist seit Kriegsbeginn um 81 % gestiegen.

Die Krise geht weit über Energiepreise hinaus: Helium-Spotpreise sind um 70 bis 100 % gestiegen, Ammoniak- und Schwefellieferungen sind kritisch betroffen, und Aluminium verzeichnete einen Preisanstieg von 6 % innerhalb einer Woche. Das Webinar zeigt anhand einer Branchen-Impact-Matrix, dass Chemie und Logistik am stärksten betroffen sind, gefolgt von Automotive, Maschinenbau und Stahl.

Resilienz im Einkauf. Wie Hymer mit Tacto Kriseneffekte abfedert

Brian Neumann, Strategischer Einkäufer bei Hymer-Leichtmetallbau, berichtet, wie sein Team auf die Krise reagiert. Hymer hat zunächst die eigene Lieferantenbasis nach Golfregion-Exposure und Energieabhängigkeit bewertet. Von sechs Aluminium-Lieferanten erwiesen sich nur zwei als kritisch. Parallel führte das Team proaktive Gespräche mit Lieferanten, um deren tatsächliche Betroffenheit zu klären.

Ein konkretes Beispiel: Ein Glaslieferant forderte eine pauschale Preiserhöhung mit Verweis auf gestiegene Energiekosten. Hymer nutzte den Defender Agent von Tacto, um die Forderung datenbasiert zu prüfen. Die Analyse ergab, dass der Lieferant in Spanien produziert, einem Land mit diversifizierter Energieversorgung und keiner direkten Abhängigkeit von Golfregion-Importen. Die Preiserhöhung wurde auf dieser Grundlage erfolgreich abgewehrt. Neumann betont, dass die Kombination aus strukturierter Risikobewertung und KI-gestützter Preisabwehr dem Einkaufsteam ermöglicht, auch unter Krisendruck faktenbasiert zu verhandeln statt pauschal nachzugeben.

Fazit

Die Praxisbeispiele von Erik Esly und Hymer-Leichtmetallbau verdeutlichen, dass die Hormuz-Krise den industriellen Einkauf auf zwei Ebenen fordert: strategisch durch den Aufbau multiregionaler Lieferketten und operativ durch datenbasierte Preisabwehr und proaktives Lieferantenmanagement. Entscheidend ist, dass Einkaufsabteilungen die Krise nicht passiv aussitzen, sondern mit Transparenz über die eigene Betroffenheit und den gezielten Einsatz von KI-Agenten handlungsfähig bleiben.

Erik Esly (Managing Partner bei Erik Esly Advisory & Consulting) und Brian Neumann (Strategischer Einkäufer bei Hymer-Leichtmetallbau) analysieren im Gespräch mit Florin Wendehost (Marketing & Growth Manager bei Tacto) die Auswirkungen der Hormuz-Blockade auf europäische Beschaffungsmärkte. Esly liefert die geopolitische Einordnung und Resilienz-Strategien, Neumann zeigt am Beispiel von Hymer, wie der Einkauf mit dem Defender Agent von Tacto pauschale Preiserhöhungen datenbasiert abwehrt.

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